ANTIFA HUNSRUECK http://antifahunsrueck.blogsport.de Antifaschistische Aktion Hunsrück Mon, 07 Nov 2011 21:29:16 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Gegen die IMK und ihre Freund_innen! http://antifahunsrueck.blogsport.de/2011/11/07/gegen-die-imk-und-ihre-freund_innen/ http://antifahunsrueck.blogsport.de/2011/11/07/gegen-die-imk-und-ihre-freund_innen/#comments Mon, 07 Nov 2011 21:26:40 +0000 Administrator Allgemein http://antifahunsrueck.blogsport.de/2011/11/07/gegen-die-imk-und-ihre-freund_innen/
Vom 07. bis zum 09. De­zember 2011 soll in Wies­ba­den die nun­mehr zwei­te „Stän­di­ge Kon­fe­renz der In­nen­mi­nis­ter und se­na­to­ren der Län­der“, kurz In­nen­mi­nis­ter­kon­fe­renz (IMK), die­ses Jah­res statt­fin­den. Die In­nen­mi­nis­ter­kon­fe­renz berät über die Aus­rich­tung deut­scher In­nen­po­li­tik. Dazu zäh­len vor­al­lem si­cher­heits­po­li­ti­sche, be­völ­ke­rungs­po­li­ti­sche und mi­gra­ti­ons­po­li­ti­sche The­men. Die IMK muss in ihrer ge­sell­schaft­li­chen Funk­ti­on als In­stru­ment zur Si­che­rung ka­pi­ta­lis­ti­scher Herr­schaft er­kannt wer­den. Des­halb ruft ein lin­kes Bünd­nis dazu auf, am 03. De­zember gegen die IMK im Be­son­de­ren und ka­pi­ta­lis­ti­schen Wahn­sinn im All­ge­mei­nen auf die Stra­ße zu gehen.

Aufruf

Weitere Infos

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http://antifahunsrueck.blogsport.de/2010/11/23/27/ http://antifahunsrueck.blogsport.de/2010/11/23/27/#comments Tue, 23 Nov 2010 21:08:41 +0000 Administrator Allgemein http://antifahunsrueck.blogsport.de/2010/11/23/27/ Am Abend des 28.12.1990 wurde der 17-jährige Nihad in Hachenburg von einem gleichaltrigen Naziskin erstochen. Vorausgegangen waren wochenlange Beleidigungen und Bedrohungen durch die Nazis, die gegenüber der Wohnung von Nihads Familie in einem Parkhaus ihren Treffpunkt hatten.
Was folgte waren die üblichen zivilgesellschaftlichen Reflexe: Empörung, Unverständnis, Demonstration, Lichterkette. Regionalpolitiker die mahnend den Finger hoben und schworen das sich so was nicht mehr wiederhole, Diskussionen in der Regionalpresse wie so was „hier bei uns“ passieren konnte. Immer wieder der Verweis auf die „einzelnen geistig Verblendeten“ die für solche Taten verantwortlich seien. Die Familie von Nihad traute diesen Beteuerungen nicht und verließ den Westerwald. Schnell war Nihad aus der Presse verschwunden und die Lichterketten erloschen. Der Täter wurde zu einer mehrjährigen Haftstrafe wegen Totschlags verurteilt, allerdings wurden sie nach 2/3 der Haftstrafe wieder aus der Haft entlassen.

Westerwald 1990

Es war die Zeit nach der Wiedervereinigung, nach der gewonnenen Fussball-WM in Italien, die Zeit in der ein neues Patriotismusgefühl reifte, Mensch wieder „Stolz war, Deutscher zu sein“ und auch im provinziellen Westerwald auf keinem Volksfest, keiner Party die obligatorische Naziskinhead-Clique fehlte. Es waren nicht viele, vielleicht 30-40 im Westerwald die Ihre rassistische und antisemitische Gesinnung so offen nach außen trugen, umso mehr hätten sie auffallen müssen und taten es auch, umso verwunderlicher war es auch, dass nach der Tat kaum einer von den Neonazis gewusst haben wollte. So trafen sich doch jedes Wochenende mindestens 20-30 Neonazis in Montabaur (Kreisstadt Westerwald) am Konrad-Adenauer Platz um gemeinsam zu trinken und vorbei laufende Migrant_innen und Andersdenkende zu beschimpfen. So gab es doch schon Wochen vor dem Mord an Nihad faschistische Schmierereien in dem Parkhaus, wo die Nazis sich trafen, Übergriffe in Form von verbalen Anfeindungen und Flaschenwürfe auf die Rollläden der 8-köpfigen kurdischen Familie im dicht bewohnten Gebiet. Hatte wirklich niemand etwas davon mitbekommen? Der Täter, der in Bad Marienberg zur Schule ging und schon früh der neonazistischen Skinheadszene angehörte, Mitglied der „Taunusfront“ war, war kein unbeschriebenes Blatt. Nein, es war keine Überraschung, dass so etwas passieren könnte nur schwieg die Mehrheit der Bürger_innen, verantwortlichen Lehrer_innen als er und seine Clique sich immer mehr radikalisierten. Es passte einfach nicht in die beschauliche Landidylle und
außerdem war in den Kneipen von Bad Marienberg, Hachenburg oder Rennerod nicht selten zu hören das es doch ein „Asylproblem“ gäbe und „die hier nichts zu suchen hätten“

Westerwald Heute:

20 Jahre ist die Tat nun her, in Hachenburg erinnert kaum noch etwas an diese brutale und feige Tat. Doch ist es nicht so, dass die Menschen aufgewacht sind. Ist es nicht so, dass Mensch den Eindruck hat, es habe eine Sensibilisierung für dieses Thema gegeben. Im September noch besuchte Udo Voigt seinen NPD-Kreisverband Westerwald und lobte ihn als „Vorzeigeverband“, die rechte Szene im Westerwald ist nicht kleiner geworden im Gegenteil, 2004/2005 gab es einen erneuten Höhepunkt rechter Umtriebe durch die Kameradschaft Westerwald die brutal gegen Andersdenkende und Migrant_innen vorging, Pogrome gegen ein Flüchtlingswohnheim in Derschen (Daaden) die erst nach massivem Nachfragen durch die Presse ans Tageslicht kamen, Nazikonzerte, Liederabende, Flyeraktionen auf Schulhöfen, all das gehört zum Alltag im Westerwald und auch heute schauen viele weg wenn Rassist_innen und Antisemit_innen hier ihre menschenfeindlichen Parolen verbreiten. Die NPD errang bei der letzten Kreistagswahl sogar ein Mandat im Kreistag. Dabei zeigt sich das Vorgehen der Verantwortlichen hier immer wieder stereotypisch, es wird geleugnet, verschwiegen und erst zugegeben, wenn gar nichts mehr zu retten ist. Auch heute wird im Westerwald und anderswo versucht, das Naziproblem kleinzureden oder am besten ganz zu verschweigen.

Landidylle, Gesellschaft, Nazis- Mord!

Das Erstarken von nationalen Bewegungen und Gedankengut führte in der Bundesrepublik zu einem ansteigen von rassistisch/chauvinistischen Gewalttaten. Wobei diese nicht ausschließlich von Neo-Nazis begangen wurden und werden. Die sogenannte Mitte der Gesellschaft lieferte bzw. liefert immer wieder Steilvorlagen die die Täter_innen bestätigen oder ermutigen ihre Taten durchzuführen bzw. durchgeführt zu haben. In Zeiten in denen ein Thilo Sarrazin großen Zuspruch erhält wenn er vom Juden-Gen oder von genetisch bedingter Intelligenz spricht ist es nicht verwunderlich, dass Gewalttaten gegen Nicht-Weiße verbreitet sind. Das Problem auf die sogenannten „Extremisten“ zu verlagern wird der gesellschaftlichen Realität in der BRD nicht gerecht. Eine Stimmung wurde und wird erzeugt, die die rassistischen Schläger_innen sich selbst als legitime Vollstrecker_innen eines Volksmobs erscheinen lassen bzw. lässt. Wenn der Bundesregierung 1993 nichts anderes als Konsequenz auf die Pogrome in Hoyersverda und Rostock Lichtenhagen einfällt, als das Asylgesetz faktisch abzuschaffen. Wenn in Zeitungsmeldungen immer wieder Ahnenforschung bei Nicht-Weißen Täter_innen betrieben wird, bei Weißen Deutschen jedoch nicht nach dem Geburtsort des Großvaters gefragt wird. Wenn ständig vom Untergang des Abendlandes gesprochen wird, dann ist es nicht verwunderlich, dass über 140 Todesopfer seit 1990 zu betrauern sind, am Sonntag den 24.10.2010 gab es den letzten rassistischen Mord. Ein junger Nicht-Weißer Mann wurde vor dem Hauptbahnhof in Leipzig von 2 Weißen Männern ermordet. Daher wollen wir am 28. Dezember nicht nur Nihad betrauern, sondern auch allen anderen Opfern rassistisch oder antisemitisch motivierter Gewalt.

Das Problem heißt Rassismus!

Wir rufen Euch deshalb auf mit uns gemeinsam am 28.12. im Gedenken an Nihad und all den anderen Opfern rechter Gewalt und gegen Rassismus, Nationalismus, Antisemitismus und Sexismus zu demonstrieren.

Wann: 28.12.2010 18 Uhr
Wo: Hachenburg Bahnhof

Flyerklein

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Kein Tag für die Nation. Kein Tag für Deutschland. http://antifahunsrueck.blogsport.de/2010/09/13/kein-tag-fuer-die-nation-kein-tag-fuer-deutschland/ http://antifahunsrueck.blogsport.de/2010/09/13/kein-tag-fuer-die-nation-kein-tag-fuer-deutschland/#comments Mon, 13 Sep 2010 20:27:13 +0000 Administrator Allgemein http://antifahunsrueck.blogsport.de/2010/09/13/kein-tag-fuer-die-nation-kein-tag-fuer-deutschland/

Kein Tag für die Nation. Kein Tag für Deutschland.

Aufruf des „…ums Ganze!“-Bündnisses und der Basisgruppe
Antifaschismus zum 20. Tag der Deutschen Einheit am 2./3. Oktober 2010 in Bremen.

Am 3. Oktober wird in Bremen die nationale Würstchenmeile aufgeschlagen. Superdeutschland begießt 20 Jahre Einheit, mit Angela, Christian und Nena. Es gibt zwar kein Freibier, aber wir kommen trotzdem. Wo Volk und Staat ihren Burgfrieden feiern, müssen wir eins klarstellen: Ihr könnt uns mal mit eurem Standort und eurem Gequatsche von „sozialer Marktwirtschaft“. Wir machen keinen Finger krumm, damit Deutschland „gestärkt aus der Krise hervorgeht“. Denn das heißt im Klartext bloß, dass jeder Winkel der Gesellschaft noch straffer durchrationalisiert wird. Härter konkurrieren, länger lohnarbeiten, weniger verdienen und immer unsicherer leben bis ans Ende aller Tage – das ist die deutsche Utopie nach dem „Ende der Geschichte“ von 1989/90.

Kollaboration mit der Nation

Die Einheitsfeier ändert nichts an der alltäglichen Ohnmacht in den Mühlen von Staat und Kapital. Die Identifikation mit dem nationalen ‚Wir‘ ist ein ideologischer Fluchtreflex vor dem Druck kapitalistischer Konkurrenz und Vereinzelung, aber zugleich ihr bestes Schmiermittel. Egal ob Deutschland „schwarz-rot-geil“ oder kulturbeflissen feiert, abgerechnet wird werktags, wenn die großen Gefühle verrauscht sind, und der Standort seine Ansprüche diktiert. Ansprüche, die vom vermeintlichen Souverän, dem Volk, klaglos akzeptiert werden.

Der deutsche Nationalfeiertag entspricht dieser Haltung haargenau. Der 3. Oktober ist ein bürokratischer Stichtag, an dem die DDR 1990 „dem Geltungsbereich des Grundgesetzes“ beitrat. Sonst passierte nichts. Es wurde keine Stasi-Zentrale gestürmt, keine Mauer überrannt oder sonst irgendwas. Gefeiert wird keine spontane Eruption gegen die Zumutungen gesellschaftlicher Herrschaft, kein revolutionärer Anschlag auf zwanghafte Verhältnisse, die zuvor unüberwindlich schienen. Gefeiert wird das Versprechen des deutschen Staates, seine BürgerInnen vor den Stürmen des kapitalistischen Weltmarkts zu schützen, die Deutschland und die Deutschen als ExportweltmeisterInnen ständig selbst mit entfachen. Nicht zufällig wird in schöner Regelmäßigkeit vorgeschlagen, den ereignis- und arbeitslosen Nationalfeiertag ersatzlos zu streichen, zugunsten des Bruttosozialprodukts.

Verselbständigte Herrschaft

Nach 20 Jahren ‚Berliner Republik‘ ist klar, dass „Einigkeit und Recht und Freiheit“ in ihrer gegenwärtigen, bürgerlichen Form keineswegs „des Glückes Unterpfand“ sind. Die Schere zwischen Arm und Reich öffnet sich immer weiter, Reallöhne sinken, Bildung und Gesundheit hängen mehr und mehr vom Geldbeutel ab, Kinder- und Altersarmut werden zum Massenphänomen, und wo die disziplinierende Gewalt der kapitalistischen „Marktwirtschaft“ nicht mehr greift, setzt der Sozialstaat immer öfter direkte Zwangsmittel ein. Die gegenwärtige Krise verschärft nur eine Entwicklung, die sich seit Jahrzehnten zuspitzt. Kern des Problems ist nicht falsche Politik, sondern viel grundsätzlicher die Existenz von Staat und Kapital und die darin bestehenden und glorifizierten Freiheiten des bürgerlichen Individuums. Die herrschende Freiheit ist zuerst und vor allem die Freiheit zur Konkurrenz, zum endlosen Wettstreit um den privaten Anteil am gesellschaftlichen Reichtum. Wer es sich leisten kann, lässt andere für sich arbeiten, während Lohnabhängige und Erwerbslose sich noch gegenseitig den kargen Rest streitig machen müssen. Aufs Ganze betrachtet, hat sich dieses System gesellschaftlicher Abhängigkeit und Ausbeutung gegen alle verselbständigt.

Kapitalistische Utopie

Zum 20. Jahrestag wird viel von Freiheitsliebe die Rede sein, die die Deutschen 1989/90 zur „Wiederherstellung ihrer nationalen Einheit“ geführt habe. Der Massenwiderstand gegen das autoritäre SED-Regime, der Wunsch vieler nach besseren Lebensbedingungen und dem Ende einer unerträglichen Behördenwillkür, wird als Ausdruck eines ungebrochenen nationalen Einheitswillens verklärt. Dieser Mythos löscht die Erinnerung an ganz andere Sehnsüchte im ‚kurzen Frühling der Demokratie‘, zwischen Mauerfall und Selbstauslieferung der DDR an die Staatsapparate der BRD. Die verbreitete Hoffnung auf einen wirklich demokratischen Sozialismus mag im Rückblick naiv erscheinen, als spinnerhafter Utopismus einiger randständiger Ostintellektueller. Dies aber nur, weil die überlegene Marktmacht des westlichen, vor allem westdeutschen Kapitals jeden alternativen Entwicklungsweg in kürzester Zeit verstellt hat. Die DDR wurde in Windeseile privatisiert, deindustrialisiert, und damit abhängig von Beihilfen und Investitionen aus Westdeutschland. Die rasante Konjunktur des ostdeutschen D-Mark-Nationalismus im Sommer 1990 reagierte auf eine volkswirtschaftliche Verwüstung, die es im Kapitalismus gratis gibt.

Inzwischen ist klar, dass die kapitalistische Utopie der „blühenden Landschaften“ unausweichlich mit Kahlschlag und Krisen verbunden ist. Die Almosen der „sozialen Marktwirtschaft“ schützen dieses System gesellschaftlicher Herrschaft vor seiner eigenen Destruktivität. Doch die ruinösen Folgen des ständig verschärften Wettbewerbs der Individuen, Unternehmen und Standorte zeigen sich längst nicht mehr nur im globalen Süden, in den ökonomisch ausgezehrten Landstrichen der kapitalistischen Peripherie. Der Globalisierungsschub der vergangenen 20 Jahre, seit dem Zusammenbruch des staatssozialistischen Blocks, hat Armut und Verzweiflung in die kapitalistischen Zentren zurückgebracht. Daran stößt sich der oberflächliche ‚Antikapitalismus‘ vieler Deutscher, den in Wahrheit nur eine vermeintlich schlechte Verwaltung kapitalistischer Systemzwänge stört und der immer noch die Hoffnung auf eine „soziale Marktwirtschaft“ hegt. In dieser Situation verbindet sich diese illusionäre Hoffnung auf einen deutschen „Kapitalismus mit menschlichem Antlitz“ mit der Ideologie einer nationalen Leistungsgemeinschaft.

Feiertag und Alltag

Der eventabhängige Partynationalismus der Deutschen sollte nicht über ihren Gemütszustand im Alltag täuschen. Dort regiert nicht ‚Schwarz-Rot-Geil‘, sondern eher ein ‚hoffentlich bleiben wir verschont‘, gepaart mit der aggressiven Angst, das ‚uns‘ etwas weggenommen oder vorenthalten wird. Was beide Stimmungslagen verbindet, ist die Selbstverständlichkeit des nationalen ‚Wir‘. Als Massenbewusstsein ist nationale Identität ein blutjunges Phänomen, in den meisten Fällen keine 150 Jahre alt. Seine Rückverlängerung zur sinnstiftenden „Nationalgeschichte“ richtet sich immer nach gegenwärtigen Konflikten und Sehnsüchten bürgerlich-kapitalistischer Vergesellschaftung. Bebildert und eingeübt wird diese identitäre Haltung nicht zuletzt im Schulunterricht und im nationalen Fernsehen.

Der ideologische Mechanismus dieses nationalen Gefühls offenbart sich in aller Reinheit dort, wo alle ganz authentisch scheinen, auf der Fanmeile. Jungdeutsche in weißen Trikots und Schwarz-Rot-Gold erleben dort ganz offenkundig die ergreifendsten Stunden ihres Lebens. Wildfremde Menschen liegen sich in den Armen, jubeln wie aus einem Mund, und weinen ohne Scham gemeinsam. Dieser Ausdruck nationaler Identität ist spontan, niemand verstellt sich, niemand wurde manipuliert. Was den Fußballdeutschen die Herzen öffnet, ist ihre Sehnsucht nach einer schützenden, solidarischen Gemeinschaft, in der die Nächsten nicht immer zugleich KonkurrentInnen und NeiderInnen sind. Deshalb liegt der Genuss überschwänglicher Kollektivität abseits staatspolitischer und nationalökonomischer Verbindlichkeit, eben auf der Fanmeile und im Stadion. Doch alleine die Identifikation mit der souveränen Macht des Staates und seinen Symbolen verspricht, die wiederkehrende Erfahrung individueller Ohnmacht zu überwinden, von der im Kapitalismus niemand verschont bleibt. Jeder öffentliche Ausdruck nationaler Identität markiert einen Anspruch auf nationale Fürsorge und nationales Privileg. Genau deshalb bleiben die Grenzen des nationalen Innenraums umkämpft, und werden von seiner Stammbelegschaft argwöhnisch überwacht. Der aktuelle Fahnennationalismus von Neubürgern mit Migrationshintergrund ist keine belanglose Multikultifolklore, sondern der Kampf um Anerkennung als Teil eines im Zweifelsfall privilegierten Kollektivs. Dem gegenüber kann der Lena-Mittelstandsnationalismus so ironisch auftreten, weil er in seiner Hannoveraner Durchschnittlichkeit ohne jeden Zweifel „dazugehört“.

Die Selbststilisierung als „aufgeklärte“ und „post-ideologische“ Nation funktioniert freilich nur, indem die Brutalität gesellschaftlicher Ausgrenzungsprozesse abgespalten und ihren ersten Opfern unterstellt wird. Homophobie, Sexismus und ganz allgemein „Intoleranz“ werden bevorzugt MigrantInnen unterstellt, und insbesondere als Charakteristikum „des Islam“ ethnifiziert. Auf diese Weise können sich ChauvinistInnen bis weit ins linke Lager als Kreuzritter einer Freiheit inszenieren, die ihre Politik seit Jahrzehnten verraten hat.

Deutscher Krisennationalismus

Grundsätzliche Zweifel am nationalen Ticket finden sich kaum. Die BürgerInnen fügen sich stolz den Ansprüchen des Standorts als unausweichlichem Schicksal. Ihre Zustimmung ist getragen von der utopischen Hoffnung, dass es ihnen selbst gut oder zumindest nicht schlechter gehen wird, wenn das nationale Kapital floriert. Eine Hoffnung, die den Exportwelt­meistern mehr als allen anderen einleuchtet, und ihnen auch von ihren Gewerkschaften jahrzehntelang eingeleuchtet wurde. Nicht trotz, sondern wegen der Krise herrscht nationaler Burgfrieden, während in vielen anderen europäischen Ländern Streiks und Massenproteste an der Tagesordnung sind. Diese klassenübergreifende staatsbürgerliche Komplizenschaft gründet wesentlich in der gerade in Krisenzeiten spürbaren Überlegenheit des deutschen Kapitals und des deutschen Staates in der globalen Konkurrenz. Dank volkswirtschaftlicher Reserven und einer vorläufig unbeschadeten Kreditwürdigkeit erscheinen beide als Fels in der Brandung einer aus den Fugen geratenen Weltwirtschaft. Der deutsche Staat kann noch immer riesige Konjunkturpakete und Stützmaßnahmen finanzieren, mit denen die Krise bislang tatsächlich national abgefedert wurde. Die Staatspleiten an der europäischen Peripherie verschaffen den Deutschen einen zusätzlichen ideellen Krisengewinn. Sie scheinen zu belegen, dass die Verzichtsrunden der letzten 20 Jahre sinnvoll waren und fortgesetzt werden müssen. Insgesamt herrscht eine Art nationaler Leidensstolz, der gegenüber schwächeren Ländern schnell in Sadismus umschlagen kann:

„Pleitegriechen“ und Konsorten werden noch härtere Einschnitte an den Hals gewünscht, als man selbst seit Jahren akzeptiert hat. Die Deutschen zahlen mehrheitlich offenbar klaglos, so lange dieser ideologische Nektar fließt. Verzicht für den Standort wird zum ethischen Leitbild. Wer sich ihm nicht fügt, bekommt spätrömische Dekadenz vorgeworfen, den Heizkostenzuschuss gestrichen und gegen die Winterkälte einen zweiten Pullover anempfohlen. Die Einheit der Nation als Leistungsgemeinschaft in der Weltmarktkonkurrenz stützt sich auf das imaginäre Feindbild des „Sozialschmarotzers“, der die Knute des Sozialstaats und die Verachtung des Kollektivs zu spüren bekommen solle. Diszipliniert werden so auch die, die noch nicht abgestiegen sind. Nationaler Leidensstolz paart sich mit der realen Gefährdung des Individuums in der aktuellen Form des Kapitalismus zur Bereitschaft, jede neue Verzichtsrunde zu akzeptieren.

Unter der Herrschaft von Staat und Kapital haben die Menschen unermessliche Reichtümer erschaffen, doch genießen können sie sie nicht. Die falsche Freiheit der bürgerlichen Gesellschaft garantiert nur endlosen Druck für die Masse und vergoldete Scheiße für wenige. Die Identifikation mit der Nation bestätigt diese verhexte Welt, anstatt sie vernünftig neu zu ordnen. Der vermeintliche Realismus der deutschen Standortameisen, ihre Nationalreligion aus Leistung und Verzicht, ist in Wahrheit nur eine Utopie der Verzweiflung. Besser wird es erst, wenn wir dieser Gesellschaft den Stecker ziehen. Gegen den Tag der deutschen Einheit am 3.10.2010 in Bremen, und gegen jeden anderen deutschen Tag! Staat, Nation, Kapital – alles Scheiße!
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Auf zu neuen Taten – „Nationalen Antikriegstag” verhindern // Dortmund http://antifahunsrueck.blogsport.de/2010/08/15/auf-zu-neuen-taten-nationalen-antikriegstag-verhindern-dortmund/ http://antifahunsrueck.blogsport.de/2010/08/15/auf-zu-neuen-taten-nationalen-antikriegstag-verhindern-dortmund/#comments Sun, 15 Aug 2010 19:55:34 +0000 Administrator Allgemein http://antifahunsrueck.blogsport.de/2010/08/15/auf-zu-neuen-taten-nationalen-antikriegstag-verhindern-dortmund/
Ein verdrehter Antikriegstag

Für den 4. September 2010 mobilisieren die Dortmunder Neonazis erneut europaweit zum so genannten „Nationalen Antikriegstag”. Die seit 2005 jährlich stattfindende Demonstration ist für die extreme Rechte ein günstiger Anlass, um unter dem Deckmantel des „Pazifismus“ ihren Rassismus, Antisemitismus und Antiamerikanismus zu propagieren. Vom Geschichtsrevisionismus gar nicht zu sprechen: Die Neonazis leugnen bis heute konsequent die historische Tatsache, dass mit dem Angriffskrieg der deutschen Nationalsozialist_innen gegen Polen der Zweite Weltkrieg begann.
Der Gedenktag am 1. September erinnert eigentlich an den Überfall Deutschlands auf Polen. Mit diesem Angriff wurde der 1. September 1939 zum Beginn des deutschen Vernichtungskrieges. Der „Antikriegstag“ ging dann aus einer Gewerkschaftsinitiative 1957 hervor, die gerade mit Blick auf die Wiederbewaffnung Deutschlands unter dem Motto „Nie wieder Krieg und nie wieder Faschismus!“ zu Aktionen aufrief.

Das „Event“ der „Autonomen Nationalisten“

Einige Zeit lang schien es, als würde sich dieser Neonazi-Aufmarsch unter Federführung der Dortmunder „Autonomen Nationalisten” zu einem wichtigen Tag im Kalender der aktionsorientierten extremen Rechten entwickeln, da bei dem Aufbau dieses Ereignisses besonders auf den „Event-Charakter” Wert gelegt wurde. Während zum ersten Aufmarsch 2005 circa 200 Neonazis erschienen, wuchs die Zahl bis 2008 auf 1100 an. Das Gewaltpotential bei Aufmärschen der Dortmunder Neonazis hat in dieser Zeit massiv zugenommen; 2009 etwa überfielen circa 400 Neonazis aus einer Spontandemonstration heraus die 1. Mai- Demonstration des DGB.

Diese Erfolgsgeschichte erfuhr im letzten Jahr einen empfindlichen Einschnitt. Denn 2009 ist es gelungen, den Mythos des „Nationalen Antikriegstags“, den die Dortmunder Neonazis in jahrelanger europaweiter Mobilisierungsarbeit versucht hatten aufzubauen, erfolgreich zu beschädigen. In der Stadt kam Einiges in Bewegung, und letztlich gestaltete es sich für die Polizei durch die zahlreichen Gegenaktivitäten zu schwierig, den Schutz für die Nazidemonstration zu gewährleisten. Der „Nationale Antikriegstag“ blieb somit weit hinter den Erwartungen der Nazis zurück, die mit ansehen mussten, wie ihre „Erfolgsstory” in einer Kundgebung buchstäblich stehen blieb. Doch das letztjährige Debakel hindert die Dortmunder Autonomen Nationalist_innen nicht daran, weiterhin an der Etablierung eines „Nationalen Antikriegstages” festzuhalten. Für dieses Jahr haben die Dortmunder Neonazis an drei Tagen rund um das erste Septemberwochenende (3.,4.,5. September) Aktionen und Veranstaltungen angemeldet und die europaweite Mobilisierung ist in vollem Gange.

Dortmund – ein “Labor”?

Weiterhin gibt es in Dortmund eine aktive und gefährliche Naziszene.
Dortmund ist mittlerweile eine Hochburg der sogenannten „Autonomen Nationalisten” in Deutschland geworden. Durch den permanenten Zuzug von Neonazi-Kadern aus anderen Regionen ist hier so etwas wie ein „Labor” für diejenigen Neonazis entstanden, die versuchen einen neuen aktivistischen und militanten Stil in der Neonaziszene zu etablieren. Die sogenannten „Autonomen Nationalisten” haben sich Kleidungsstil und Aktionsformen der linksradikalen Autonomen angeeignet und dabei völkisch und nationalsozialistisch umgewandelt.

In den vergangenen Monaten ließ die Dortmunder Naziszene ihren Frust über das eigene Versagen in 2009 vor allem an den Nazigegner_innen, derer sie habhaft werden konnten, aus. Besonders hart traf es eine Familie im Stadtteil Dorstfeld, die von dort ansässigen Nazis derartig terrorisiert wurde, dass sie sich schließlich gezwungen sah, aus dem Stadtteil fortzuziehen.

Der Neonazismus und die Stadt

Für einen handfesten Skandal sorgte der ehemalige Chef der Feuerwehr Dortmund, heutiger Leiter eines stadteigenen Institutes für Feuerwehrtechnik und langjähriges Mitglied der SPD: Klaus Schäfer. Nachdem er Ende April als Teilnehmer einer Neonazikundgebung in Erscheinung trat, konnten Antifaschist_innen in Erfahrung bringen, dass Schäfer bereits seit einiger Zeit aktives Mitglied der Dortmunder Naziszene ist und beispielsweise auch an der Kundgebung am 5. September 2009 teilnahm. Auch wenn Schäfer umgehend suspendiert wurde, zeigt sich hier deutlich, dass Neonazismus in Dortmund längst nicht nur ein Jugendphänomen ist.

In der Dortmunder Öffentlichkeit hat sich seit letztem Jahr Einiges bewegt. Den Naziaufmarsch haben viele Akteur_innen gegen Rechts als Aktionsfeld genutzt. Am 5. September fand eine Vielzahl von Veranstaltungen statt, die dazu beitrugen, dass der Handlungsspielraum der Nazis stark eingeschränkt wurde. Zu einem aktiven Vorgehen gegen den Aufmarsch der Nazis konnten sich viele dieser Akteur_innen jedoch nicht durchringen; es wurde auch dann noch an Veranstaltungen festgehalten als längst klar war, dass die Nazis sich weitab von diesen im Hafen treffen würden.
Weiterhin problematisch ist zweifellos die Herangehensweise der offiziellen Stellen. Während Stadt und Polizei mit jahrelanger Verspätung aufgefallen ist, dass Dortmund ein Naziproblem hat, gefallen sich die verantwortlichen Amtsträger_innen in ihrer neuen Rolle als „Kämpfer_innen gegen Rechts”. So glaubt der Sonderbeauftragte der Stadt für „Vielfalt, Toleranz und Demokratie“, Hartmut Anders-Hoepgen inbrünstig: “Dortmund ist eher eine Hochburg des Widerstands gegen Rechts.” Substantielles Engagement gegen Neonazis ist von diesen Leuten jedoch nach wie vor nicht zu erwarten. Eine Menge Geld hat die Stadt Dortmund zuletzt in die Erstellung einer Studie über die Dortmunder Naziszene gesteckt. Das Resultat war mehr als dürftig: Über die Verfasstheit der Neonaziszene liefert die Studie keine Erkenntnisse; die Arbeit von Antifa-Gruppen wird völlig ausgeblendet.

Auf zu neuen Taten!

Gerade die Arbeit linker Antifa-Gruppen hat dazu beigetragen, dass die Dortmunder Naziszene deutlich weniger frei agiert als noch vor zwei Jahren.
Mit regelmäßigen Aktionen wie dem Gedenken an Thomas Schulz und den Protesten am Antikriegstag ist es gelungen, das Naziproblem zum Thema zu machen. Doch auch abseits solcher Events findet eine kontinuierliche Arbeit statt. Zuletzt gründeten Dortmunder Antifa-Gruppen das “Dortmunder Antifa Bündnis”, um diese Zusammenarbeit weiter zu vertiefen.

Für den September gilt es nicht nur an all dies anzuknüpfen, sondern auch mit gemeinsamer Anstrengung einen weiteren Schritt dahin zu gehen, dass ein Nazi-Event wie der “Nationale Antikriegstag” in Dortmund keine Zukunft hat. Das S4-Bündnis ruft dazu auf, am ersten Septemberwochenende nach Dortmund zu kommen und gegen den Naziaufmarsch auf die Straße zu gehen!

*Auf zu neuen Taten! – Dem Naziaufmarsch am 4. September in Dortmund entgegentreten.

weiter Infos unter :
http://s4.blogsport.de/

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Show an undead system how to die – Kapitalismus abschaffen! http://antifahunsrueck.blogsport.de/2010/05/31/show-an-undead-system-how-to-die-kapitalismus-abschaffen/ http://antifahunsrueck.blogsport.de/2010/05/31/show-an-undead-system-how-to-die-kapitalismus-abschaffen/#comments Mon, 31 May 2010 13:15:25 +0000 Administrator Allgemein http://antifahunsrueck.blogsport.de/2010/05/31/show-an-undead-system-how-to-die-kapitalismus-abschaffen/
Show an un­dead sys­tem how to die – Ka­pi­ta­lis­mus ab­schaf­fen!

Her­aus zum an­ti­ka­pi­ta­lis­ti­schen Block auf der bun­des­wei­ten Kri­sen­de­mo am 12.​Juni um 12 Uhr am U-BHF Alex­an­der­platz in Ber­lin!

Die Dra­ma­tik der wirt­schaft­li­chen Lage ist schwer zu über­se­hen: Ei­ni­ge süd- und nord­west­eu­ro­päi­schen Staa­ten ste­hen kurz vor der Staats­plei­te und ein 750 Mil­li­ar­den Euro schwe­rer Not­kre­dit soll den Euro ret­ten. Die zu­neh­men­de Staats­ver­schul­dung wird sich in einem noch schwer zu rea­li­sie­ren­den Maße auf brei­te Teile der Be­völ­ke­rung aus­wir­ken und auch in Deutsch­land ste­hen mas­si­ve so­zia­le Ver­schlech­te­run­gen auf der Ta­ges­ord­nung. So­zi­al­leis­tun­gen und Lohnaus­ga­ben wer­den zu­rück­ge­fah­ren, Le­bens­ri­si­ken wei­ter pri­va­ti­siert, die staat­li­che Ar­beits­ver­wal­tung wei­ter ver­schärft. Immer mehr Men­schen müs­sen be­schis­se­ne Ar­beits­ver­hält­nis­se und Lei­h­ar­beit ak­zep­tie­ren, mit noch mehr Stress und noch we­ni­ger Si­cher­heit. Immer mehr müs­sen ihre Nied­rig­löh­ne durch Ar­beits­lo­sen­geld II auf­sto­cken. Noch viel mehr fal­len ganz aus dem Ver­wer­tungs­pro­zess her­aus und wer­den vom Amt oder in Be­schäf­ti­gungs­pro­gram­men schi­ka­niert.
Vor Schu­len und Unis macht der ver­schärf­te Kon­kur­renz­zwang nicht halt. Im Aus­le­se­ver­fah­ren des ge­glie­der­ten Schul­sys­tems, durch Tur­bo-​Ab­itur und Ba­che­lor-​Mas­ter-​Sys­tem wer­den die Se­lek­ti­on und Ver­wert­bar­keit des Hu­man­ka­pi­tals op­ti­miert. Was Ge­win­ne­rIn­nen und Ver­lie­re­rIn­nen der ka­pi­ta­lis­ti­schen Pro­duk­ti­on unter an­de­rem zu­sam­men­hält, ist ihre ge­mein­sa­me Ab­hän­gig­keit vom Er­folg des Stand­orts in der Welt­markt­kon­kur­renz. Die ver­meint­li­che Ohn­macht ge­gen­über den ei­ge­nen ge­sell­schaft­li­chen Ver­hält­nis­sen ver­schweißt das na­tio­na­le Kol­lek­tiv ideo­lo­gisch zur Schick­sals­ge­mein­schaft.
Die Hetze gegen Grie­chen­land ist auch ideo­lo­gi­scher Aus­druck der na­tio­na­len Kon­kur­renz. Die Krise heißt Ka­pi­ta­lis­mus! Der lang­jäh­ri­ge „Ex­port­welt­meis­ter“ Deutsch­land hat Staa­ten wie Spa­ni­en, Por­tu­gal oder Grie­chen­land in Grund und Boden kon­kur­riert – und wirft ihnen nun die de­sas­trö­sen Fol­gen die­ses Ver­drän­gungs­wett­be­werbs vor. Mit den Er­pres­sungs­kre­di­ten von EU und IWF wird Grie­chen­land auf Jahre in ein Ra­tio­na­li­sie­rungs­dik­tat ge­zwun­gen. Brei­te Be­völ­ke­rungs­schich­ten von Schü­le­rIn­nen und Stu­die­ren­den­über Er­werbs­lo­se und Lohn­ab­hän­gi­ge bis hin zu Rent­ne­rIn­nen müs­sen dras­ti­sche so­zia­le Ein­schnit­te hin­neh­men. Die Be­trof­fe­nen haben diese An­grif­fe mit ent­schlos­se­nem Wi­der­stand be­ant­wor­tet – vom Ge­ne­ral­streik bis hin zur mi­li­tan­ten Stra­ßen­ak­ti­on.

Im Ka­pi­ta­lis­mus ist eines si­cher: seine Kri­sen. Die zwang­haf­te Kon­kur­renz der Fir­men und Stand­or­te pro­du­ziert seit mehr als einem Jahr­hun­dert eine Krise nach der an­de­ren. Jedes Ge­schäft – ob Ge­mü­se, Autos, Waf­fen oder Ak­ti­en­de­ri­va­te – wird für ein künf­ti­gen Ge­winn an­ge­wor­fen. Wer im Kampf um Märk­te und In­ves­ti­tio­nen über­le­ben will, muss un­kal­ku­lier­ba­re Ri­si­ken ein­ge­hen, und jede Pro­fit­chan­ce rück­sichts­los aus­nut­zen.

Von An­fang an zum Schei­tern ver­ur­teilt war die Hoff­nung, dass sich diese so­ge­nann­te Ge­sell­schafts­ord­nung bän­di­gen ließe, sei es durch die Markt­kräf­te oder den Staat. Die ak­tu­el­le Sys­tem­kri­se be­weist das Ge­gen­teil: Die ka­pi­ta­lis­ti­sche Ver­wer­tung macht jeden Steue­rungs­ver­such zu­nich­te. Jede kri­sen­be­ding­te Ra­tio­na­li­sie­rung ver­schärft nur die Kon­kur­renz, und damit die Ge­fahr neuer Kri­sen. Die „Ret­tungs­pa­ke­te“ für Kon­zer­ne und Ban­ken stüt­zen nur das ka­pi­ta­lis­ti­sche Kri­sen­ka­rus­sell.
Der ka­pi­ta­lis­ti­sche Ver­wer­tungs­zwang ist ein an­dau­ern­der An­schlag auf ein gutes Leben. Im Hams­ter­rad der Kon­kur­renz geht es nicht um in­di­vi­du­el­les Glück und ge­sell­schaft­li­che Be­dürf­nis­se, son­dern um pri­va­ten Pro­fit und na­tio­na­len Vor­teil. Die­sen mör­de­ri­schen Un­sinn wol­len wir nicht. Des­halb kommt alle zum an­ti­ka­pi­ta­lis­ti­schen Block. Lasst uns un­se­re ra­di­ka­le Kri­tik in die Ge­sell­schaft tra­gen. Wir krie­gen nur wofür wir kämp­fen. Für die so­zia­le Re­vo­lu­ti­on!

Sa, 12.​06. – 12 Uhr – Alex­an­der­platz – Ber­lin-​Mit­te
weiter Infos unter:
http://undeadsystem.blogsport.de

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29.Mai-Naziaufmarsch in Homburg verhindern! http://antifahunsrueck.blogsport.de/2010/05/18/29-mai-naziaufmarsch-in-homburg-verhindern/ http://antifahunsrueck.blogsport.de/2010/05/18/29-mai-naziaufmarsch-in-homburg-verhindern/#comments Tue, 18 May 2010 21:25:48 +0000 Administrator Allgemein http://antifahunsrueck.blogsport.de/2010/05/18/29-mai-naziaufmarsch-in-homburg-verhindern/ Am 29.​05 wol­len Nazis aus dem Um­feld des ‚Na­tio­na­len Wi­der­stand Zwei­brü­cken‘ in Hom­burg auf­mar­schie­ren.
An­ge­lehnt an die De­mons­tra­ti­on aus bür­ger­li­chem Um­feld in Zwei­brü­cken, bei der zu­sam­men mit Ver­ei­nen, Kir­chen und Bun­des­wehr für ‚De­mo­kra­tie und Frei­heit‘ de­mons­triert wer­den soll, wol­len die Nazis ihre ganz ei­ge­ne In­ter­pre­ta­ti­on von De­mo­kra­tie und Mei­nungs­frei­heit ar­ti­ku­lie­ren. Wenn Nazis von Mei­nungs­frei­heit reden, dann mei­nen sie damit die Re­la­ti­vie­rung und Leug­nung na­tio­nal­so­zia­lis­ti­scher Ver­bre­chen, die Le­gi­ti­mie­rung ras­sis­ti­scher Er­klä­rungs­mus­ter von so­zia­len Pro­ble­men und die Kon­struk­ti­on an­ti­se­mi­ti­scher Ver­schwö­rungs­theo­ri­en. Fa­schis­mus ist je­doch nicht ein­fach eine ‚Mei­nung‘, son­dern das schlimms­te Men­scheits­ver­bre­chen aus dem sich für jede und jeden die Pflicht zum Wi­der­stand gegen alte und neue Nazis er­gibt.
Für uns bie­tet je­doch auch der ‚Runde Tisch gegen Ge­walt‘ kein pas­sen­des Al­ter­na­tiv­pro­gramm. Das staat­lich an­ge­ord­ne­te Ab­fei­ern des Stand­ort Deutsch­lands und das hal­lu­zi­nie­ren einer fal­schen Frei­heit kann für eman­zi­pa­to­ri­sche Men­schen keine Adres­se sein. Wer ernst­haft das, wofür die BRD steht, näm­lich Ab­schie­bung von tau­sen­den Flücht­lin­gen, Re­pres­si­on gegen An­ti­fa­schis­t_in­nen, mör­de­ri­sche Kriegs­po­li­tik etc, mit Frei­heit ver­wech­selt, kann nur Adres­sat un­se­rer Kri­tik sein. Wir wer­den uns aus­ser­dem nicht auf das neue Spiel mit der Ex­tre­mis­mus­for­mel ein­las­sen. Wer ver­sucht le­gi­ti­men, an­ti­fa­schis­ti­schen Pro­test mit rechts­ra­di­ka­lem Wahn­sinn gleich­zu­set­zen hat aus der Ge­schich­te nichts ge­lernt. An­ti­fa­schis­mus ist nicht ‚ex­trem‘ son­dern höchs­tens ex­trem wich­tig!

Wir rufen dazu auf sich dem Na­zi­auf­marsch in Hom­burg in den Weg zu stel­len!
Kommt alle zur Kund­ge­bung! 9:00 Uhr – Chris­ti­an Weber Platz – Hom­burg/Saar
Kein Na­zi­auf­marsch – nir­gend­wo! Für eine star­ke ra­di­ka­le Linke!

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Gegen Lohnarbeit, Leistungsterror und Konkurrenz! http://antifahunsrueck.blogsport.de/2010/04/12/gegen-lohnarbeit-leistungsterror-und-konkurrenz/ http://antifahunsrueck.blogsport.de/2010/04/12/gegen-lohnarbeit-leistungsterror-und-konkurrenz/#comments Mon, 12 Apr 2010 20:47:27 +0000 Administrator Allgemein http://antifahunsrueck.blogsport.de/2010/04/12/gegen-lohnarbeit-leistungsterror-und-konkurrenz/ Sozialrevolutionäre Demo & Party am 30.04.2010

Endlich wird die Arbeit knapp! Kapitalismus abwracken!
Gegen Lohnarbeit, Leistungsterror und Konkurrenz!
Sozialrevolutionäre Demo & Party am 30.04.2010<br />
Update: Für die Genoss_innen aus anderen Städten gibts es den Aufruf jetzt auch als PDF zum ausdrucken, kopieren & verteilen: Aufruf 30.04.

Mit dem Beginn der Weltwirtschaftskrise im Herbst 2008 und ihren Auswirkungen, wurden anfänglich auch Fragen nach Alternativen zum Kapitalismus laut. Inzwischen ist dieser Diskussionrs längst beendet und es geht nur noch darum, den Status Quo weltweit und damit auch für die deutsche Wirtschaft wieder herzustellen.

Dabei hat sich an der Situation nichts geändert, es ist nicht irgendeine Krise über uns hereingebrochen, sondern der Kapitalismus ist die Krise! Nicht anders ist ein System zu bewerten, das weltweit Hunger, Ausbeutung, Krieg und regelmäßige Crashs der Wirtschaft hervorbringt.
(mehr……)

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8. Mai: Gegen die Verklärung der deutschen Geschichte – wer nicht feiert hat verloren! http://antifahunsrueck.blogsport.de/2010/04/01/8-mai-gegen-die-verklaerung-der-deutschen-geschichte-wer-nicht-feiert-hat-verloren/ http://antifahunsrueck.blogsport.de/2010/04/01/8-mai-gegen-die-verklaerung-der-deutschen-geschichte-wer-nicht-feiert-hat-verloren/#comments Thu, 01 Apr 2010 10:44:56 +0000 Administrator Allgemein http://antifahunsrueck.blogsport.de/2010/04/01/8-mai-gegen-die-verklaerung-der-deutschen-geschichte-wer-nicht-feiert-hat-verloren/ Naziaufmarsch in Wiesbaden am 8.Mai Verhindern!
Am 8. Mai 2010 jährt sich die bedingungslose Kapitulation Deutschlands zum 65. Mal. Wenn davon gesprochen wird, dass dieser Tag als einer der Freude und des Feierns zu begreifen ist, so ist sich auch bewusst zu machen, dass dem 8. Mai 1945 zwölf Jahre der Verfolgung, Ausgrenzung und Ermordung von Millionen Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma,
Homosexuellen, politischen Oppositionellen, sogenannten „Asozialen“ und weiteren Menschen, die dem deutschen Schicksalskollektiv in seinem antisemitischen und völkischen Wahn als unproduktiv, parasitär und illoyal galten, zuvor gingen.
Der organische Volksstaat der Deutschen hatte den Liberalismus, die bürgerliche Gesellschaft vollends negativ aufgehoben. Selbst in den letzten Monaten des Krieges, als die Niederlage Nazideutschlands schon abzusehen war, wurde das Morden nicht eingestellt, vielfach sogar intensiviert. Den ExekutorInnen der deutschen Ideologie ging es in ihrem Wahn ohne ökonomische, militärische oder politische Rationalität um die Vernichtung zwecks Vernichtung.
Historisch singulär ist diese barbarische Negation der Zivilisation – der von Deutschland ausgegangene systematische, industrielle und staatlich organisierte Massenmord.
Nur unter massivem militärischen Einsatz konnten die Westalliierten und die Sowjetunion dem expandierenden Vernichtungskrieg des barbarischen Mordkollektivs ein Ende setzen und den welthistorischen Terror der Deutschen niederzwingen.
Der militärische Sieg der Anti-Nazi-Koalition wird dabei gemeinhin als die Befreiung Deutschlands deklariert. Diese Version der Geschichtsdeutung suggeriert sowohl, dass damals zwischen Nazis und Deutschen zu unterscheiden gewesen wäre, als auch dass Deutschland von den Nazis unterdrückt wurde und einer Befreiung bedurfte.
Dass die Armeen der Westalliierten und der Sowjetunion BefreierInnen waren, steht außer Frage. Dass allerdings behauptet wird, sie hätten sowohl die Überlebenden in den Konzentrationslagern und den besetzten Gebieten als auch die deutsche Bevölkerung, die doch durch ihre laute oder stumme Zustimmung den Holocaust erst möglich gemacht hat, befreit, zeugt von dem revisionistischen Charakter solcher Aussagen.

Basiskategorien der bürgerlichen Gesellschaft – Bedingungen des Antisemitismus

Die Notwendigkeit, dass die Barbarei sich nicht wiederholen darf, nichts Ähnliches geschehe, bringt eine Auseinandersetzung mit den Bedingungen des Zivilisationsbruchs – den Bedingungen, die Auschwitz möglich gemacht haben – mit sich. Daher gilt es eine Kritik zu formulieren, die das Bestehende nicht affirmiert, sondern reflektiert, dass die Bedingungen der Barbarei noch existent sind, dass mit ihnen nicht gebrochen wurde.
So sind diese der kapitalistischen und gewaltmonopolistischen Konstitution von Gesellschaft immanent. Die Nazis sind dabei nur ein Produkt der nationalen und kapitalistischen Vergesellschaftung, welche Kategorien der bürgerlichen Ideologie radikalisiert haben.
Ein Antifaschismus, der dies nicht zur Kenntnis nimmt, verkommt zur Farce, reproduziert er doch kritiklos „das Kapitalverhältnis als vom Staat gewaltmonopolistisch garantiertes Verhältnis der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen und der daraus folgenden rassistischen, erst recht antisemitischen Spaltung der Gattung“ (Bruhn). So verfolgen die Nazis einen fetischistischen Antikapitalismus, der sich in Krisen der Verwertungsmaschinerie auch gesellschaftlich zu materialisieren droht.
Diesen charakterisiert der wahnhafte Versuch, alles Abstrakte der globalen Warenzirkulation und den aus der kapitalistischen Moderne resultierenden permanenten Zwang zur maximalen Verwertung und Konkurrenz zu konkretisieren.
Als „Personifizierungen des Abstrakten“ (Postone) der dynamischen, gesellschaftlich vermittelten und apersonalen Herrschaft des Kapitals gelten den fetischistischen AntikapitalistInnen dabei die Jüdinnen und Juden, die global verantwortlich für kapitalistische Ausbeutung, Leid und Elend gemacht werden.
So machen die ‚Volksgenossen‘ diese als die stoffliche Verdinglichung von Kosmopolitismus, Artifizialität, Modernität, Geldakkumulation und Subversivität aus. Demnach wird dann auch differenziert zwischen einem national nicht gebundenen, unproduktiven Finanzkapital, das mit dem halluzinierten illoyalen, nicht physisch arbeitenden und allein am Geld interessierten Judentum identifiziert wird, und einem mit dem Boden, Arbeit und Volk verbundenen, stoffliche Gebrauchswerte produzierenden traditionellen Industriekapital. In dieser fetischistischen Vorstellung vom Kapitalismus bilden der Gebrauchswert und der Wert einer Ware wie auch Warenproduktion und Warenzirkulation keine dialektischen Einheiten.
Die Ausbeutung wird dabei in der vermeintlich von den Jüdinnen und Juden dominierten Zirkulation, insbesondere bei den Finanzen lokalisiert. Zur Aneignung des von den LohnarbeiterInnen produzierten und den Waren zugesetzten Wertes kommt es aber in der Produktion – diesen Mehrwert gilt es den „Charaktermasken“ (Marx) des Kapitals zwecks Akkumulation beim gleichen Tausch von Ware gegen Geld in der Zirkulation nur noch zu realisieren.
‚Jüdische Nicht-Arbeit‘ gegen ‚deutsche Arbeit‘, Geld und Universalismus versus ‚Blut und Boden‘, ‚Antirasse‘ gegen ‚Herrenrasse‘, so die antagonistische Vorstellung der eliminatorischen AntisemitInnen. Den fetischistischen, auf Ressentiments basierenden deutschen Antikapitalismus, der personalisiert und moralisiert, charakterisiert ein struktureller, wenn nicht expliziter Antisemitismus. Die Orientierung an einem Kapital und Arbeit zum nationalen Volkskollektiv synthetisierenden und exklusiven Staat ist dabei zentral. Insbesondere in Akkumulationskrisen, wenn die Panik bei den isoliert voneinander und in Konkurrenz zueinander produzierenden vereinzelten Subjekten, „die ihre Verwertbarkeit als Naturrecht reklamieren“ (Bruhn), zunimmt, gilt es ihnen, nicht aus der gesellschaftlichen Maschinerie ausgeschlossen zu werden.
Es herrscht Angst, da die individuelle Reproduktion mit der gesellschaftlichen Reproduktion des Kapitals verbunden ist, wobei der Gewaltmonopolist Garant der Bedingungen der Letzteren ist – weshalb sich die Subjekte diesem dann auch aus dem Wunsch heraus andienen, dass dieser die „jüdische Zinsknechtschaft“, die den Wert der Arbeit des Volkes zunichte mache, bricht. Der Sozialdarwinismus, der aus der kapitalistischen Konkurrenz und dem Zwang zur Verwertung und Ausbeutung resultiert, wird dann gesellschaftlich noch radikalisiert. Dabei orientiert sich das zum sozialen Atom verkommene Subjekt an auf Exklusivität basierenden, Identität konstruierenden Ideologien von Volk und Nation, um im Kollektiv „der ständig drohenden Vernichtung seiner Existenz im Falle der Nichtverwertbarkeit zu entgehen“ (Gruber/Ofenbauer). Gesellschaftliche Antagonismen werden dann negiert und im antisemitischen, autoritär organisierten Volksstaat aufgehoben, um sich per materialisierter Gewalt im fetischistischen Denken der konstruierten externen Feinde, der Herrschaft des Geldes – die mit den Jüdinnen und Juden identifiziert wird – und den imaginierten Unproduktiven im Inneren des Organismus’ der nationalen Synthesis anzunehmen.
Der Krise folgt also nicht, dass die Irrationalität und das Elend der kapitalistischen Warenproduktion, der die „Plusmacherei“ (Marx) einen Selbstzweck darstellt, angegangen und zugunsten einer sich an den Bedürfnissen der Menschen orientierenden, gesellschaftlich angeeigneten Produktion und Distribution von stofflichen Gebrauchswerten durch die assoziierten Individuen aufgehoben wird.
Der bürgerlichen Gesellschaft ist die Tendenz zum Faschismus, zur Barbarei immanent. Explizit zu benennen ist aber, dass es in Deutschland und nicht in den USA, Frankreich, Großbritannien oder anderswo zur Shoa kam, dass also die staats- und arbeitsfetischistische Ideologie der Deutschen von besonderer Bedeutung war und ist.
Es war kein Zufall, sondern Konsequenz der deutschen Nationwerdung, dass die Shoa sich hier ereignet hat. Der Antisemitismus ist dabei nicht als ein Randphänomen der deutschen Ideologie, sondern als Identität stiftendes und konstituierendes Element der deutschen Nation zu begreifen.
Dass der Nationalsozialismus keine von außen herein getragene Ideologie, sondern Vergesellschaftungsform des spezifisch deutschen Antisemitismus war, dass die Freiheit nicht mit der deutschen Nation, sondern nur gegen die deutsche Nation zu gewinnen ist und war, dass also Deutschland denken immer auch Auschwitz denken heißt – all das muss bewusst sein, kann demjenigen oder derjenigen nicht fremd sein, der/die sich AntifaschistIn nennt.

Geschichtsrevisionismus in der postnazistischen Gesellschaft

Nun rühmt man sich im Nachfolgestaat des 3. Reichs mit der Aufarbeitung der deutschen Geschichte. In der FAZ heißt es zum Beispiel:
„[..]Vergangenheitsbewältigung ist eine deutsche Spezialität. Das gilt für die Art, wie Deutschland sich mit den Verbrechen auseinandersetzt, die in seinem Namen begangen wurden – aber auch für den Umgang mit den eigenen Opfern. Kein zweites Volk hat die „Aufarbeitung“ seiner Tätergeschichte mit solcher Gründlichkeit betrieben wie das deutsche. Und doch tut dieses Land sich einzigartig schwer damit, dem öffentlichen Gedenken an die Menschen und Völker, die unter Hitler litten, ein einträchtiges, würdiges Gedenken an die Deutschen folgen zu lassen, denen im Krieg und nach seinem Ende Unrecht von anderer Hand widerfuhr[..]“ (FAZ vom 12.03.2010)
Was unter dieser „Aufarbeitung“ zu verstehen ist, das schreibt schon Adorno: Es ist nicht die Schärfung des kritischen Bewusstseins, nicht der Bruch mit dem Bestehenden, das die Barbarei weiterhin denkbar macht. Es ist der Schlussstrich unter die Geschichte der deutschen TäterInnen, der Schlussstrich unter die Verantwortlichkeit – der Schlussstrich unter Auschwitz.
Mit den Verbrechen, die im Namen Deutschlands begangen wurden – so, als sei der Name dafür missbraucht worden –, habe man sich so gründlich auseinander gesetzt wie niemand anderes auf dieser Welt. So erweist sich der Holocaust dann doch noch als nützlich, wenn nämlich aus dem Umgang mit ihm die Berechtigung geschöpft werden kann, die Geschichte umzudeuten. Dann heißt es, man sei der Einseitigkeit der Erinnerung müßig, es sei ja alles ganz schrecklich gewesen, aber man dürfe doch dabei auch die deutschen Opfer nicht vergessen. Die Tausenden von Menschen, denen durch Vertreibung „Unrecht“ angetan worden sei, den Bombenopfern in den deutschen Städten. Und dann sind es auch nicht mehr nur Nazis, die von Kriegsverbrechen schwadronieren und die deutsche „Zivilbevölkerung“ zum Opferkollektiv stilisieren.
Der Holocaust wird als notwendiges Übel dargestellt, dass das „neue Deutschland“ zu dem mache, was es heute sei, die „aufgeklärteste Nation“ in der Mitte der westlichen Demokratien.
Deutschland, das nicht trotz Auschwitz, sondern wegen Auschwitz Kriege führt.
Dass die Eliten aus Politik, Militär, Industrie und Justiz des „alten“ auch jene des „neuen“ Deutschlands waren, dass die Kontinuität deutscher Identität in der postnazistischen Gesellschaft fortexistierte, wird mit dem Mythos der „Stunde Null“ effektiv aufgehoben. Und nicht nur personell, sonder auch strukturell setzt die Bundesrepublik Deutschland mit der Sozialpartnerschaft, wie sie durch die Rede von der „Sozialen Marktwirtschaft“ diskursiv zum Ausdruck gebracht wird, den Korporatismus des Dritten Reiches in erneuerter Form fort.

Antifaschistische Aktion!

Die Zusammenhänge von bürgerlicher und postnazistischer Gesellschaft reflektierend, erachten wir eine Positionierung gegen das vorherrschende Geschichtsbild für notwendig. Wir wollen die fortlaufende Auseinandersetzung mit den Bedingungen für das nationalsozialistische Krisenlösungsmodell und stellen uns der Stilisierung von den Deutschen als Opfer einer von außerhalb der Gesellschaft kommenden Nazibande entgegen. Ein Schlussstrich unter dieser Debatte verhindert jegliche Bemühung um einen emanzipierten Zusammenschluss freier Menschen.
Daher rufen wir dazu auf, am Vorabend des Tages der Befreiung mit uns der Niederringung des Nationalsozialismus zu gedenken.

Ebenso wie die historische lehnen wir jegliche aktuelle nationalsozialistische Bestrebung in jedweder Form ab. Wir stellen uns dem Rückfall in die Barbarei auch in seiner kleinen und hässlichen Variante eines Neonaziaufmarschs entgegen.

Wir gedenken aller Opfer der nationalsozialistischen Herrschaft und danken denen, die Widerstand gegen den deutschen Mordzusammenhang leisteten oder an seiner militärischen Niederzwingung partizipierten.

7.Mai 18.00 Uhr Vorabenddemo
8.Mai Naziaufmarsch zum
Desaster machen!

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Naziaufmarsch am 8. Mai in Wiesbaden http://antifahunsrueck.blogsport.de/2010/03/17/naziaufmarsch-am-8-mai-in-wiesbaden/ http://antifahunsrueck.blogsport.de/2010/03/17/naziaufmarsch-am-8-mai-in-wiesbaden/#comments Wed, 17 Mar 2010 15:57:49 +0000 Administrator Allgemein http://antifahunsrueck.blogsport.de/2010/03/17/naziaufmarsch-am-8-mai-in-wiesbaden/ Absofort ist die Mobilisierungspage bezüglich des Naziaufmarsches am 8. Mai 2010 in Wiesbaden online.

Naziaufmarsch in Wiesbaden am 8.Mai Verhindern!

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13.3.2010 Opfermythen eintüten-Nazis in der Pfeife rauchen! http://antifahunsrueck.blogsport.de/2010/02/26/1332010-opfermythen-eintueten-nazis-in-der-pfeife-rauchen/ http://antifahunsrueck.blogsport.de/2010/02/26/1332010-opfermythen-eintueten-nazis-in-der-pfeife-rauchen/#comments Fri, 26 Feb 2010 12:54:12 +0000 Administrator Allgemein http://antifahunsrueck.blogsport.de/2010/02/26/1332010-opfermythen-eintueten-nazis-in-der-pfeife-rauchen/

Am 13.März rufen die ewig gestrigen Neonazis des Nationalen Widerstandes Zweibrücken zu ihrem alljährlichen geschichtsrevisionistischen Opfermarsch auf. Der braune Mob setzt sich zusammen aus NPD-Funktionären, Kameradschaftsaktivisten und weiteren rechtsextrem denkenden Einzelpersonen aus Rheinland-Pfalz, dem Saarland und der Umgebung.

Diese Horde deutsch-nationalistisch denkender Menschen sieht in der Bombardierung Zweibrückens, am 14.3.1945 einen „terroristischen Akt“ und versucht so von den Verbrechen ihrer ideologischen Väter abzulenken und diese mit Ausdrücken wie „Bombenholocaust“ oder „Bombenterror“ zu relativieren.
Mit solchen Veranstaltungen wollen die Rechtsradikalen den Glauben an die Unschuld der deutschen Zivilbevölkerung im zweiten Weltkrieg aufrecht erhalten bzw. bestärken.

Dies ist jedoch falsch, denn ohne den großen Rückhalt der deutschen Gesellschaft und ihrem antisemitischen Wahn, wäre die systematische Vernichtung von über 6 Millionen Juden und Jüdinnen, vielen Kommunist/Innen, Gewerkschaftler/Innen, Behinderten und anderen der „Deutschen Herrenrasse“ nicht zugehörigen Menschen durch die Nazis, unmöglich gewesen. Auch in Zweibrücken gab es ein Sammellager, von dem sicher der ein oder andere, wenn nicht sogar alle wussten!

Ziel der Bombardierung war es den letzten Widerstand Nazideutschlands zu brechen und die Welt endgültig vom Nationalsozialismus zu befreien. Nur die militärische Vernichtung der Städte durch die aliierten Bomberverbände konnte die Barbarei und den darin kulminierenden Völkermord stoppen. Die Nazis selbst hatten ja bekanntlich die Deutschen Städte zu „Festungen“ ausbauen wollen und bis in die letzten Stunden kämpften auch in Zweibrücken die Nazis fanatisch in ihrem Volkskollektiv weiter.

Durch solche Veranstaltungen und deren zugrunde liegenden geschichtsrevisionistischen Ideologien werden die Opfer des zweiten Weltkriegs verhöhnt und deren Leid abgewertet bzw. relativiert. Natürlich stoßen die Neonazis mit solchen „Gedenken“, welche meist von „ohrenbetäubenden“ Lautsprecherwagen begleitet sind, nicht auf „Taube Ohren“.

Es kann nicht sein, dass Neonazis und deren Sympathisanten dieses alljährliche Schauspiel ungestört in Zweibrücken veranstalten können!

Es kann nicht sein, dass das sich die Zivilgesellschaft eine solche Provokation unbeantwortet und unkommentiert gefallen lässt!

Es kann nicht sein, dass die Nazis es 65 Jahre nach der Bombardierung Zweibrückens schaffen, die Toten für Ihre Ideologie zu missbrauchen!

weiter Infos unter:
ZWAntifa
Nazis-den-Tag-versauen

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