Absofort ist die Mobilisierungspage bezüglich des Naziaufmarsches am 8. Mai 2010 in Wiesbaden online.

Am 13.März rufen die ewig gestrigen Neonazis des Nationalen Widerstandes Zweibrücken zu ihrem alljährlichen geschichtsrevisionistischen Opfermarsch auf. Der braune Mob setzt sich zusammen aus NPD-Funktionären, Kameradschaftsaktivisten und weiteren rechtsextrem denkenden Einzelpersonen aus Rheinland-Pfalz, dem Saarland und der Umgebung.
Diese Horde deutsch-nationalistisch denkender Menschen sieht in der Bombardierung Zweibrückens, am 14.3.1945 einen „terroristischen Akt“ und versucht so von den Verbrechen ihrer ideologischen Väter abzulenken und diese mit Ausdrücken wie „Bombenholocaust“ oder „Bombenterror“ zu relativieren.
Mit solchen Veranstaltungen wollen die Rechtsradikalen den Glauben an die Unschuld der deutschen Zivilbevölkerung im zweiten Weltkrieg aufrecht erhalten bzw. bestärken.
Dies ist jedoch falsch, denn ohne den großen Rückhalt der deutschen Gesellschaft und ihrem antisemitischen Wahn, wäre die systematische Vernichtung von über 6 Millionen Juden und Jüdinnen, vielen Kommunist/Innen, Gewerkschaftler/Innen, Behinderten und anderen der „Deutschen Herrenrasse“ nicht zugehörigen Menschen durch die Nazis, unmöglich gewesen. Auch in Zweibrücken gab es ein Sammellager, von dem sicher der ein oder andere, wenn nicht sogar alle wussten!
Ziel der Bombardierung war es den letzten Widerstand Nazideutschlands zu brechen und die Welt endgültig vom Nationalsozialismus zu befreien. Nur die militärische Vernichtung der Städte durch die aliierten Bomberverbände konnte die Barbarei und den darin kulminierenden Völkermord stoppen. Die Nazis selbst hatten ja bekanntlich die Deutschen Städte zu „Festungen“ ausbauen wollen und bis in die letzten Stunden kämpften auch in Zweibrücken die Nazis fanatisch in ihrem Volkskollektiv weiter.
Durch solche Veranstaltungen und deren zugrunde liegenden geschichtsrevisionistischen Ideologien werden die Opfer des zweiten Weltkriegs verhöhnt und deren Leid abgewertet bzw. relativiert. Natürlich stoßen die Neonazis mit solchen „Gedenken“, welche meist von „ohrenbetäubenden“ Lautsprecherwagen begleitet sind, nicht auf „Taube Ohren“.
Es kann nicht sein, dass Neonazis und deren Sympathisanten dieses alljährliche Schauspiel ungestört in Zweibrücken veranstalten können!
Es kann nicht sein, dass das sich die Zivilgesellschaft eine solche Provokation unbeantwortet und unkommentiert gefallen lässt!
Es kann nicht sein, dass die Nazis es 65 Jahre nach der Bombardierung Zweibrückens schaffen, die Toten für Ihre Ideologie zu missbrauchen!
weiter Infos unter:
ZWAntifa
Nazis-den-Tag-versauen
Wir rufen alle Antifaschistinnen und Antifaschisten dazu auf, am 13. Februar dem Naziaufmarsch in Dresden entschlossen entgegenzutreten und ihn gemeinsam zu blockieren!
In dem bundesweiten Bündnis No pasarán! haben sich verschiedene linke und antifaschistische Gruppen zusammengeschlossen, um dem jährlich stattfindenden Nazigroßaufmarsch endlich ein Ende zu bereiten.
Seit der Jahrtausendwende marschieren Alt- und Neonazis zum Jahrestag der Bombardierung Dresdens im Zweiten Weltkrieg durch die Stadt. In den letzten Jahren hat sich der Aufmarsch zur größten regelmäßigen Neonaziveranstaltung Europas entwickelt. Bei dem Aufmarsch der NPD und der Jungen Landsmannschaft Ostdeutschland (JLO) finden sich alljährlich die verschiedenen Spektren der extremen Rechten zusammen, internationale Delegationen geben ihm eine über Deutschland hinaus gehende Bedeutung. In der gemeinsam zelebrierten Trauer verschwinden für einen Tag alle szeneinternen Streitigkeiten.
Bei dem Aufmarsch geht es den Neonazis nicht etwa um Repräsentanten des NS-Regimes oder um die Toten von Wehrmacht und Waffen-SS, sondern um ein konstruiertes Kollektiv unschuldiger deutscher Opfer. Der Bezug auf den Nationalsozialismus verläuft dadurch mehr oder weniger indirekt: Der Angriff auf Dresden sei ein Angriff auf das „deutsche Volk“ gewesen und damit gleichzeitig auf das „wahre Deutschland“, welches wiederum gleichbedeutend ist mit dem Nationalsozialismus. Im gedachten nationalsozialistischen Kollektiv von damals bis heute werden die Toten für die Neonazis zu „ihren“ Toten, sie werden zu Stellvertreterinnen und Stellvertretern des nationalsozialistischen Systems. In ihnen sehen Neonazis das Subjekt ihrer Trauer um das zerschlagene „Dritte Reich“.
Gleichzeitig gelingt mit dem Bezug auf die Bombardierung eine Feindkonstruktion nach Außen. Die Alliierten werden dargestellt als verbrecherische Siegermächte, die zum einen den Nationalsozialismus heimtückisch zu Fall gebracht hätten und zum anderen daran anschließend Deutschland das „BRD-Lügensystem“ oktroyiert hätten. Dadurch erhält der Mythos Dresden aus neonazistischer Sicht eine ungebrochene Aktualität.
Genau deshalb reicht es nicht, einfach den Kopf zu schütteln über die „ewig Gestrigen“. Der Bezug auf die Vergangenheit ist aktuell politisch relevant und wichtig für die Identitätsbildung der Nazis. Umso wichtiger, ihnen am 13. Februar einen Strich durch die Rechnung zu machen!
Alte Mythen, neuer Aufguss
Als Mythos hält sich die Geschichte von der Bombardierung Dresdens hartnäckig. Obgleich er im Laufe der Jahre verschiedene Wandlungen durchgemacht hat, war seine jeweilige Deutung stets eine politische. So diente die Bombardierung teilweise auch im bürgerlichen Lager der Relativierung der deutschen Kriegsschuld und dem Aufbau eines deutschen Opferbildes.
Kern des Mythos ist die Legende von der „unschuldigen“, „einzigartigen“ Stadt, die „aus heiterem Himmel“ Opfer einer „einzigartigen“ Katastrophe durch alliierte Bomber wurde. In den letzten Jahren wurde der Mythos des „alten Dresdens“ als einzigartige Kulturstadt jedoch zur Marke Dresden umgebaut. Um das neue „Elbflorenz“ für TouristInnen und StadtvermarkterInnen attraktiver zu gestalten, wurde dem Image ein neues Element hinzugefügt. Neben dem Bild des Mythos vom alten Dresden trat nun der Wiederaufbau der Frauenkirche und damit die Inszenierung der Versöhnung.
Auch wenn sich der Umgang mit der Bombardierung in den letzten Jahren verändert hat: Es ist kein Zufall, dass Neonazis jedes Jahr ausgerechnet in Dresden aufmarschieren. Dresden war nicht die einzige Stadt, die von Luftangriffen betroffen war. Doch hier können Neonazis in besonderer Art und Weise politischen Profit aus dem seit Jahrzehnten gewachsenen internationalen Symbol und den darin gepflegten Mythen ziehen.
Über die Normalisierung nach Innen …
Nach der sogenannten Wiedervereinigung verstärkte sich die Suche nach vermeintlicher Normalität, zu der auch die Wiederentdeckung als Opfer der Geschichte gehörte. Bücher wie „Der Brand“ oder „Im Krebsgang“ prägten einen gesellschaftlichen Diskurs, der in Guido Knopps Fernsehdokumentationen über das „Leid der Deutschen“ seine breitenwirksame Inszenierung fand.
Heute geht es in geschichtspolitischen Debatten vornehmlich um eine zeitgemäßere Interpretation der deutschen Vergangenheit. Dabei wird die deutsche Schuld sehr wohl eingeräumt, gleichzeitig jedoch auf eine gesamteuropäische Verantwortung verwiesen. In einem europäischen Jahrhundert von Krieg, Gewaltherrschaft und Vertreibung gehe es darum, die Vergangenheit gemeinsam zu bewältigen. Initiativen wie das „Zentrum gegen Vertreibungen“ versuchen uns weiszumachen, dass in Leid und Schmerz schließlich alle gleich seien. Die Erkenntnis, dass alles irgendwie ganz schlimm war, vernachlässigt die politisch-historischen Zusammenhänge und dient einem geschichtspolitischen Normalisierungsprozess, in dem die besondere historische Rolle Deutschlands verwischt wird. Das Besondere des Nationalsozialismus und der Shoa verschwindet in einem sogenannten Europa der Diktaturen.
… über den Extremismus …
Was geschichtspolitisch in der Gleichsetzung von Nationalsozialismus und Sozialismus verhandelt wird, findet seine Parallele in der aktuellen Extremismuskonzeption. So sollen die seit 2001 vom Bund geförderten Programme gegen Rechtsextremismus laut schwarz-gelbem Koalitionsvertrag in „Extremismusbekämpfungsprogramme“ umgewandelt werden. Bekämpft werden soll demnach sowohl rechter als auch linker „Extremismus“. Aussteigerprogramme bezüglich Rechtsextremismus sollen zu „Aussteigerprogrammen Extremismus“ werden, der Fonds für Opfer rechtsextremer Gewalt zu einem Fond für Opfer des Extremismus. Es ist eine absolute Frechheit und entbehrt jeglicher Grundlage, Linke, die tagtäglich gegen Rassismus und Neonazismus kämpfen, mit Neonazis auf eine Stufe zu stellen!
Auch in Bezug auf den Naziaufmarsch im Februar fällt der offiziellen Seite nichts Besseres ein, als die Totalitarismuskeule zu schwingen: In einem Entwurf für das neue sächsische Versammlungsgesetz geht es CDU und FDP darum, „Extremisten in Sachsen deutliche Grenzen zu setzen“. Geht es nach ihnen, sollen solche Versammlungen verboten werden können, die sich auf die „nationalsozialistische oder kommunistische Gewaltherrschaft“ beziehen.
Wir lassen uns von solchen Drohungen nicht einschüchtern. Wir werden uns weiterhin Neonazis in den Weg stellen, sei es in Dresden oder anderswo. Wir werden auch weiterhin linke Gesellschaftskritik üben. Und wir werden weiterhin sagen, dass hier gewaltig etwas schief läuft!
… hin zur Normalisierung nach Außen?
Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus – diese Konsequenz von AntifaschistInnen aus der deutschen Vergangenheit erhält mit Blick auf die bundesdeutsche Realität einen besonders bitteren Beigeschmack. Seit über zehn Jahren kämpfen deutsche Soldaten nun schon wieder im Ausland für deutsche Interessen. Nach anfänglichen Verschleierungsversuchen mit dem Reden von „humanitären Einsätzen“, hat man sich in Jargon und Habitus angepasst: Es gibt sie wieder, die „gefallenen Soldaten“, Tapferkeitsmedaillen werden verliehen und Ehrenmäler errichtet. Deutschland führt wieder Krieg. PolitikerInnen von den Grünen bis zur CDU sagen ja zum Krieg in Afghanistan. Von der „Verteidigung deutscher Werte“ bis hin zum „…gerade wegen Auschwitz“ zeigen sich die Begründungen hierfür besonders facettenreich.
Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus – daran hat sich für uns bis heute nichts geändert. Es ist blanker Hohn, dass der „Kampf für das Menschenrecht“ ausgerechnet mit der deutschen Vergangenheit gerechtfertigt wird. Die Lehre aus dem Nationalsozialismus kann und darf nur sein: Wir müssen alles dafür tun, dass Deutschland nie wieder Krieg führt!
„Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung.
Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel“
Auch 65 Jahre nach Kriegsende hat der Schwur der Überlebenden von Buchenwald für uns nichts an Richtigkeit verloren. Genau deshalb müssen wir den Nazis auch am 13. Februar in Dresden in aller Entschlossenheit entgegentreten. Unser Gedenken richtet sich jedoch nicht auf den 13. Februar. Die Bombardierung deutscher Städte durch die Alliierten war Folge von nationalsozialistischer Gewaltherrschaft und deutschem Vernichtungskrieg. Deswegen gedenken wir zum Beispiel am 27. Januar, dem Tag der Befreiung von Auschwitz, der Opfer des Nationalsozialismus. Darüber hinaus jährt sich am 8. Mai 2010 die Befreiung vom Nationalsozialismus zum 65. Mal. Diese Daten sind mehr als bloße historische Ereignisse. Hier besteht eine der letzten Möglichkeiten, mit Überlebenden des Nationalsozialismus, mit aktiven GegnerInnen und WiderstandskämpferInnen zusammenzukommen. Der Kampf gegen den Faschismus ist nicht abgewickelt, der Nationalsozialismus nicht zu Ende aufgearbeitet, als dass die Lehre aus der Vergangenheit nun einem neuen deutschen Selbstbewusstsein dienen könne. Die Verantwortung gegenüber den Opfern des Nationalsozialismus mahnt uns zum Widerstand gegen Rassismus, Antisemitismus, Nationalismus und Militarismus.
Wir wissen, dass wir rechte Propaganda nur stoppen können, wenn wir eine die gesamte Gesellschaft durchdringende, offene Auseinandersetzung über die zu Grunde liegenden Werte und Ideologien führen. Wir wissen aber auch, dass wir uns erfolgreich den Nazis entgegenstellen können, wenn wir dies gemeinsam tun.
Gemeinsam blockieren!
In den vergangenen Jahren hat es immer Proteste gegen den Naziaufmarsch in Dresden gegeben. Trotzdem konnte es bislang nicht gelingen, dem Naziaufmarsch wirksam etwas entgegen zu setzen. Im letzten Jahr beteiligten sich 4000 AntifaschistInnen an einer Demonstration unter dem Motto „No pasarán!“. Doch auch hier zeigte sich, dass Polizei und Ordnungsbehörde alles daran setzen, linken antifaschistischen Protest zu verhindern und abzudrängen.
Dem setzen wir 2010 unseren vielfältigen Widerstand entgegen. Es ist gerade eine solche Vielfalt an Aktionsformen – nicht gegen-, sondern miteinander –, die gegen den Aufmarsch etwas ausrichten kann. Dafür brauchen wir ein starkes breites Bündnis all derer, die mit uns zusammen den Naziaufmarsch in Dresden blockieren!
Dem Naziaufmarsch am 13. Februar
entschlossen entgegentreten – gemeinsam blockieren!
No pasarán – sie kommen nicht durch!

Ab sofort ist die Seite der linksradikalen und antifaschistichen Vernetzung für Rheinland-Pfalz und das Saarland online und unter http://antifa-suedwest.tk/ [Adresse aktuell nicht erreichbar] zu erreichen . Auf der Seite des Zusammenschlusses, der es sich vor allem zum Ziel gemacht hat die linksradikalen und antifaschistischen Kräfte im Südwesten zu bündeln und besser zu koordinieren, wird es neben einer Auflistung aller vorhandenen Gruppen und einer gemeinsamen Kontaktadresse auch einen gemeinsamen News-Bereich geben, in dem ihr euch über geplante Veranstaltungen auf dem Laufenden halten könnt.

Aufruf:
Die Ausrichtung aller Lebensbereiche auf ihre Verwertbarkeit verschärft sich. Flankiert wird diese Entwicklung durch autoritäre Maßnahmen und die Kriminalisierung sozialer Widerstände. Stechuhren, Hartz IV, Ausbildungsplatzmangel, Exzellenzinitiativen, Selektion an Schulen und Hochschulen, Abschiebungen und „blue cards“ nur für „hochqualifizierte“ Migrant_innen, all das sind nur einige Kennzeichen einer ausgrenzenden Gesellschaft. Einer Gesellschaft, in der nicht die Menschen und ihre Bedürfnisse, sondern ihre Verwertbarkeit im Mittelpunkt steht.
Die Frankfurter Stiftungsuniversität kann hierfür als eine der Pioniere gelten. Studierende besetzten dort Ende November eines der Gebäude der Goethe-Uni, das regelmäßig an Konzerne vermietet wird. Sie wollten dort Raum und Zeit für eine kritische Auseinandersetzung schaffen. Am 02.12.2009 wurde dieser studentische Protest gewaltsam durch die Polizei beendet. Seitdem herrscht Ausnahmezustand an der Frankfurter Universität: Kritischen Studierenden drohen die Zwangsexmatrikulation und Strafverfahren, immer wieder patrouilliert Polizei auf dem Campus und der Universitätsbetrieb wurde mehrfach durch Aussperrungen lahm gelegt.
Auch in vielen anderen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens kommt es immer öfter zu sozialen Konflikten. Arbeiter_innen, Azubis, Schüler_innen, Studierende, von Abschiebung Bedrohte, Erwerbslose und andere gehen auf die Straße. Dabei verweisen all diese Proteste auf die Möglichkeit einer gemeinsame Forderung: Die gesellschaftlichen Verhältnisse haben sich nach den Menschen zu richten, nicht nach Profitinteressen. Die Organisierung der Gesellschaft muss von den Menschen selbst bestimmt sein. Um wirklich etwas zu verändern, müssen wir genau dies als gemeinsames Ziel formulieren und erkämpfen.
Statt den kürzenden, ausschließenden, überwachenden Staat um Hilfe anzurufen, müssen wir gemeinsam auf die Straße gehen und dafür kämpfen, dass die Schule unsere Schule, die Uni die Uni aller, die gesellschaftliche Produktion nach den Bedürfnissen aller – das Leben ein selbstbestimmtes Leben sein soll. Die Uni gehört Allen! Für freie Bildung und ein selbstbestimmtes Leben! Unser Leben in unsere Hände! Für die radikale Demokratisierung aller Lebensbereiche!
Ausserdem soll es einen Antifa-Block geben neben den Forderungen der Studierenden auch eine antikapitalistische Position formulieren will.
Die Uni gehört allen.
Die Demo findet am 30.1.10 um 14:00 statt
und startet auf dem Campus Bockenheim.
Zugtreffpunkte für die Region, die wir empfehlen können, wären:
Saarbrücken: Treffpunkt: 10:35 Abfahrt 10:52
Neunkirchen: Treffpunkt: 10:55 Abfahrt 11:08
St.Wendel: Treffpunkt: 11:00 Abfahrt 11:21
Idar-Oberstein: Treffpunkt: 11:35 Abfahrt 11:52
Ankunft am Hbf in Frankfurt(in Fußnähe zur Uni): 13:36

Geschichtsrevisionismus angreifen!
Naziaufmarsch am 16.12.09 in Siegen verhindern!
Auftaktkundgebung | 16:30 Uhr Bismarckplatz
Es ist mal wieder so weit: Am 16.12.2009 wollen die Nazis in Siegen erneut ihre geschichtsrevisionistische Propaganda unter die Bevölkerung bringen. Am 16. Dezember 1944 war Siegen zum ersten Mal Ziel eines Luftangriffs des britischen Bomber Commands geworden; größere Teile der Stadt wurden dabei zerstört. Damit erging es Siegen ähnlich wie vielen anderen Städten im nationalsozialistischen „Deutschen Reich“; die Schrecken des Krieges wurden zu den Orten seiner Entstehung zurückgetragen: In die deutsche „Volksgemeinschaft“.
So weit, so bekannt. Das Muster, nach dem die Nazis diese Ereignisse in geschichtsrevisionistischer Manier umdeuten, ist so bekannt wie einfallslos: Die Ereignisse werden konsequent entkontextualisiert, so dass nur eine schutzlose Zivilbevölkerung als Opfer von militärisch unnötigem „Bombenholocaust“ übrig bleibt. Wie falsch dieses Bild ist, muss hier kaum weiter erörtert werden: Nicht nur, dass der Luftkrieg gegen Deutschland sehr wohl auch aus militärischem Kalkül erfolgte (im Falle Siegens waren insbesondere die Verkehrswege und die Schwerindustrie von militärischer Relevanz). Wichtiger noch: Es muss immer wieder betont werden, welche Barbarei von dieser jetzt selbst betroffenen Zivilbevölkerung in Gang gesetzt wurde. Während der Krieg in die deutschen Städte zurückkehrte waren die Shoa, der millionenfache Mord an der jüdischen Bevölkerung, sowie die Verfolgung der Sinti und Roma, von Menschen mit Behinderung und anderem „unwertem Leben“, von Homosexuellen, von KommunistInnen und von allen anderen Menschen, die nicht in der Volksgemeinschaft aufgehen konnten oder wollten, in vollem Gange.
Unter den Tisch fallen darf auch nicht die Tatsache, von wem der Krieg ausging. Es war schließlich Deutschland, das die Welt in den mörderischsten aller Kriege hineinzwang. Und auch die Ausweitung der kriegerischen Auseinandersetzung auf die Zivilbevölkerung, die Etablierung der „Heimatfront“, sei es in Form der konsequenten Ausrichtung der Wirtschaft auf Rüstungsgüter, sei es in Form von Luftangriffen mit dem Ziel, die Zivilisten zu treffen, war eine deutsche „Erfindung“. Während die deutsche Luftwaffe zu Beginn des Krieges Städte in Großbritannien, Belgien, den Niederlanden, Polen oder der Sowjetunion noch „konventionell“ „coventrisieren“ konnte, musste sie ihre Terrorangriffe später aufgrund der Luftüberlegenheit der Alliierten mit den „Vergeltungswaffen“ V1 und V2 durchführen. Allein das deutsche Flächenbombardement auf Stalingrad im August 1942 kostete 40 000 Zivilisten das Leben; eine einzige V2-Rakete, die in einem Kino einschlug tötete am 16. Dezember 1944 in Antwerpen weit mehr Zivilisten als der zeitgleich stattfindende Luftangriff auf Siegen. Übrigens befand sich in Siegen eine wichtige Leitstelle, die die Angriffe maßgeblich koordinierte; Abschussrampen befanden sich hier ebenfalls.
Gegen den Aufmarsch der Nazis hat sich wie im letzten Jahr ein bürgerliches, strömungsübergreifendes „Bündnis für Demokratie“ formiert. Man will friedlich demonstrieren und ein Zeichen setzen. Bei einem solchen Bündnis muss notwendig ausgeblendet werden, dass der Nationalsozialismus nicht bloß eine nach rückwärts gewandte Ideologie ist, sondern vor allem auch eine spezifische Antwort auf die kapitalistische Vergesellschaftung, eine barbarische Folge ihrer Dynamik ist. In diesem Sinne müssen auch die modernen Nazis verstanden werden, die sich schließlich sogar als „Antikapitalisten“ begreifen.
Ebenso wie die Spezifik der Nazis nicht verstanden wird, wird der alltägliche Rassismus und Antisemitismus der Mehrheitsbevölkerung, auch der sogenannten „aufrechten Demokraten“ bei solch einer Veranstaltung ausgeblendet. Es sind eben nicht nur die Nazis, die „die Ausländer“ loswerden wollen; dies ist vielmehr eine Position, die bei einer großen Anzahl derer, die sich nicht offensiv zum Rassismus bzw. Nazismus bekennen würden, anzutreffen ist. Nicht zu vergessen ist, dass gerade demokratische Staaten es sind, die eine radikale Abschottung der EU-Grenzen betreiben, um die hiesigen Märkte gegen die Konkurrenz „von aussen“ zu schützen. Dabei wird auf die sonst gepriesenen Menschenrechte keine Rücksicht genommen. Bei dieser Abschottungspolitik spielt gerade Deutschland eine große Rolle. Auf eine solche demokratische Ordnung bezieht sich ein bürgerliches Bündnis, wenn es gegen Nazis demonstriert. Für einen solchen Protest ist es vor allem wichtig, die demokratischen Spielregeln zu wahren und es geht nicht zuletzt darum, den Imageschaden abzuwenden, den eine Demonstration der Nazis bedeutet. Es handelt sich vor allem darum, das eigene Gewissen zu beruhigen, um so weiter machen zu können wie immer.
Dagegen ist es wichtig, den Nazis geschlossen entgegen zu treten und rassistische und antisemitische Ideologie überall dort zu bekämpfen, wo sie zum Vorschein kommt. Lasst uns die Nazis am 16.12.2009 nicht zum „Denken gehen“ ermahnen, sondern Ihnen einen entschlossenen Widerstand entgegensetzen!
Weder Arbeit, Brot noch Freiheit -
„modernen“ Nationalsozialismus bekämpfen!
antifaschistische Demonstration – Recklinghausen 27.11. 18:00
Für den 28. November 2009 rufen Neonazis aus dem Kreisgebiet und darüber hinaus zu einem Aufmarsch in Recklinghausen auf. Angemeldet von Neonazi-Urgestein Christian Worch lautet ihr Motto: „Für ein Recht auf Zukunft – Arbeit, Freiheit, Brot durch nationalen Sozialismus“. Getragen und unterstützt wird der Aufmarsch hauptsächlich von einigen Gruppen aus dem Ruhrgebiet, die sich in dem Neonazi-Netzwerk „AG Ruhr Mitte“ zusammengeschlossen haben. Darunter finden sich der „Nationale Widerstand Recklinghausen“, der „Nationale Widerstand Marl“, die „AG Essen“, sowie einige kleinere Gruppierungen. Die Organisation des Aufmarsches erscheint allerdings mehr als konfus.
So geben die Veranstalter mit dem Motto zwar einen groben Rahmen vor, überlassen die inhaltliche Ausgestaltung in Form von Aufrufen jedoch einigen wenigen Neonazigruppen und Einzelpersonen. Bisher sind insgesamt acht einzelne Aufrufe seitens der Neonazis angekündigt. Anscheinend wissen die Organisatoren selbst nicht so recht, warum sie überhaupt nach Recklinghausen wollen. Als ausschlaggebenden Grund für den Aufmarsch kann man schließlich festhalten: Die Neonazis im Ruhrgebiet haben es 2009 nicht geschafft einen ordentlich angemeldeten Aufmarsch erfolgreich durchzuführen. Der letzte Versuch scheiterte mit dem zuvor groß angekündigten „Antikriegstag“ in Dortmund vor einigen Wochen. Diesen Umstand geben sie selbst kleinlaut auf der Mobilisierungsseite zu. Bei der Sichtung der Aufrufe findet mensch das gewohnte Potpourri neonazistischer Argumentation und Theorie wieder. Angefangen beim Thema „Anti-Kapitalismus“ und Finanzkrise geht es dort ferner um das Bejammern des Niedergangs des deutschen Volkes, die „fortschreitende Überfremdung“, die steigende Kriminalität und um die Verherrlichung des Nationalsozialismus, also alles was zur Zeit en vogue ist oder schon immer Thema der Rechten war. Insgesamt scheinen alle Aufrufe schlecht erarbeitet und von – selbst aus neonazistischer Sicht – minderer Qualität. Doch als wäre diese dilletantische Vorarbeit nicht genug an eigener Demobilisierung, veröffentlichten die Organisatoren auf ihrer offiziellen Internetseite bereits im Vorfeld einen umfangreichen Katalog selbstgewählter Auflagen, in welchen sie in bester Deutschtümelei nahezu alles diktieren, was beim Aufmarsch „willkommen“ und was „ausdrücklich untersagt“ ist. Einige dieser Auflagen haben in Neonazi-Kreisen erhebliche Kritik hervorgerufen.
Da die offensichtliche Diskrepanz und Fehleinschätzung zwischen neonazistischer Argumentation und Realität viele Themen der Neonazis ganz von allein demaskiert, werden wir an dieser Stelle nur sehr begrenzt auf die spezifische Thematik der Aufrufschreiber eingehen.
Antikapitalismus und NS
Die weltweite wirtschaftliche Krise hat mehr oder weniger neue Denkanstösse in der neonazistischen Rechten zu Tage gefördert bzw. reaktiviert. So steht das Thema „Anti-Kapitalismus“ in der Rechten nun oftmals im Mittepunkt. Doch natürlich unterscheidet sich die neonazistische Kritik des Kapitalismus deutlich von der unsrigen. Allen voran vertreten Neonazis die Auffassung, der „Raubtier“- Kapitalismus zerstöre die natürlich gewachsene Volksgemeinschaft. Mit diesem Begriff, der in einigen der acht Nazi-Aufrufen benutzt wird, beziehen sie sich auf ein gesellschaftliches Modell, welches unter anderem auch im Programm der NSDAP festgeschrieben war. Hiernach gehören zum deutschen Volk nur jene, die eine „arische“ Abstammung nachweisen können. Ein zweite Grundbedingung lag im klaren Bekenntnis zum NS. Ausgeschlossen waren daher von vornherein auch Homosexuelle, Behinderte und (politisch) anders denkende Menschen. Insgesamt stellte die praktizierte Volksgemeinschaft (also der Nationalsozialismus) den klassenübergreifenden Aufstand aller Deutschen, gegen das dar, was ihnen als Kapitalismus und Liberalismus galt. In den heutigen Aufrufen wird von Naziseite immer wieder die schaffende, deutsche Arbeit (die sie ganz offen so benennen) in Stellung gegen raffende Profitgier, „Zinsknechtschaft“ und Zirkulationsphäre gebracht. Hierdurch sehen sie die kapitalistischen Klassengegensätze aufgehoben und die „natürliche Wirtschaft“ der Volksgemeinschaft wiederhergestellt. Dass sich im Kapitalismus jedoch die Produktion nicht von der Zirkulation trennen lässt, wurde schon an anderer Stelle ausführlich nachgewiesen.
Die aktuelle Nutzung derartiger historischer Begriffe belegt einmal mehr die Anbiederung der lokalen Neonazis an den historischen Nationalsozialismus. Wer einen Blick auf die auf die Homepage des Nationalen Widerstandes RE wirft, dem wird auch hier unmissverständlich klargemacht, wo sich dieser verortet. Dort heißt es: „Wir bekennen uns zu einem modernen Nationalsozialismus“.
Aus antifaschistischer, anarchistischer oder kommunistischer Sichtweise ist solchen vökisch-repressiven Vorstellungen die Vision einer klassenlosen und befreiten Gesellschaft entgegenzustellen. Diese erfordert natürlich die Abschaffung von Nation, Volk und Kapitalismus. Die linke Kritik des Kapitalismus muss auf dem Weg zu diesem ersehnten Endzustand geschärft und präzisiert werden, was natürlich eine vorhergehende gründliche Analyse des Kapitalismus voraussetzt. Eine verkürzte oder grundsätzlich falsche Kapitalismuskritk ist nämlich nicht nur ein Phänomen welches bei Nazis, sondern leider auch bei einigen (vermeintlichen) linken Gruppen beobachtet werden kann.
Was ist zu tun?
Die deutliche Zunahme von neonazistischen Aktivitäten im Kreis Recklinghausen in den letzten Jahren ist wohl Niemanden entgangen. Meist sind dies klandestine, spontane und oftmals gewalttätige Aktionen. Der jetzige Aufmarsch bietet seit langer Zeit erstmals die Möglichkeit konzentriert vor Ort gegen Neonazis vorzugehen. Antifaschistische Aktionen am Tag selbst können jedoch nur ein Teil unseres Kampfes gegen Neonazismus darstellen. Vielmehr muss der antifaschistischen Basisarbeit mehr Gewicht verliehen werden. Die bestehenden antifaschistischen Strukturen im Kreis Recklinghausen gilt es zu stärken und weiterhin ist eine antifaschistische Jugendkultur zu fördern. Wenn Du Interesse an der Mitarbeit in einer antifaschistischen Gruppe hast, dann wende Dich an die entsprechenden Gruppe und nimm einfach Kontakt auf.
Die Bekämpfung des vorhandenen Neonazismus ist jedoch nur eine Seite unserer Arbeit. Mindestens ebenso wichtig ist die Erarbeitung und Verbreitung von Positionen zu weiteren Themen, die uns am Herzen liegen. Dazu gehört die bereits erwähnte Schärfung unserer Kapitalismuskritik ebenso wie die des Rassismus, des Antisemitismus und allen anderen Widerlichkeiten des deutschen Alltags. Viel zu oft wird ausschließlich den Nazis von Aufmarsch zu Aufmarsch hinterhergerannt und die eigenen Inhalte fallen hinter eine reine Anti-Nazi-Politik zurück. Daher haben wir uns entschlossen unsere Demonstration zeitlich vom Aufmarsch zu trennen. Sie bietet uns einerseits die Möglichkeit auf die erheblich gesteigerte Aktivität von Neonazis hinzuweisen, und lässt uns andererseits unsere eigenen Positionen öffentlich vertreten. Dies ist mehr als nötig, denn auch ohne Nazis sind die herrschenden Zustände nicht hinnehmbar.
Wir halten fest an unserer Vision einer befreiten Gesellschaft und werden weiterhin dafür kämpfen.
Unterstützt uns und kommt zur Demonstration nach Recklinghausen!
Offene Antifa Recklinghausen
weiter Infos vorabenddemo
Nazis raus! – Aber wohin denn?
Eine kritische Auseinandersetzung mit der Parole „Nazis raus“
„Nazis raus“ – So erklingt es auf fast jeder antifaschistischen Gegendemonstration. Doch was genau bedeuten diese zwei Worte eigentlich?
„Nazis raus“ – Wo raus? Aus deiner Stadt? Aus deinem Landkreis? Aus deinem Bundesland, deinem Deutschland, oder gar deinem Europa?
Aber wenn Nazis irgendwo raus sollen, dann müssen sie gezwungenermaßen irgendwo auch wieder rein? Aber wo rein? In deine Nachbarstadt? In deinen Nachbarlandkreis, dein Nachbarbundesland, dein Nachbarland, Afrika oder gar auf den Mond?
Viele Menschen wären sicherlich schon zufrieden genug, wenn alle deutschen Nazis nach Frankreich gehen würden, und sie weiter in Deutschland ihr friedliches bürgerliches Leben weiterleben könnten. Doch im Gegenzug dazu müssten die Menschen in Frankreich unter den deutschen UND den französischen Nazis leiden.
Die Problematik liegt auf der Hand: Die Parole „Nazis raus“ fordert im Grunde nichts anderes als eine Problemverlagerung – keine Problemlösung. Diese „Aus den Augen – Aus dem Sinn“-Mentalität reproduziert schlussendlich wieder ein völkisch-patriotisches Bild, in dem es ein „Wir“ und „die Anderen“ gibt. Dabei geht es bloß darum, dass es der eigenen Gemeinschaft, zu der Mensch sich zählt, gut geht, sei dies nun die Nachbarschaft oder die Nation.
Die Nazi-Problematik sollte jedoch nicht wie Dreck unter den Teppich „der Anderen“ gekehrt werden. Ihr sollte stattdessen offensiv, durch Aufklärungsarbeit, entgegengetreten werden.
Aufhören Dreck unter Teppiche zu kehren – „Nazis Raus!“ boykottieren!
Aufruf – Nazifreies Bretzenheim!
In Bretzenheim (Nahe) befindet sich das 1966 errichtete Mahnmal mit Gedenkstein, welches an das dort ehemals befindliche Kriegsgefangenenlager erinnern soll. Dies war eines der zirka 20 im Rheinland von den Alliierten, nach dem 2. Weltkrieg, errichteten Lager, welche in der Gesamtheit als „Rheinwiesenlager“ bekannt war.
An diesem Mahnmal, welches heute als „Feld des Jammers“ bezeichnet wird, werden seit mehr als einem halben Jahrzehnt, die im Lager verstorbenen deutschen Kriegsgefangenen, von rechtsorientierten Gruppen, als die „wahren Opfer“ des zweiten Weltkriegs betrauert.
Der Protest der letzten Jahre, diese unverfrorene Verdrehung der Tatsachen nicht einfach so hinzunehmen, bestand lediglich aus einem Gottesdienst und dem Gang an das Mahnmal, wo bereits Wilhelm Herbi, heute ehemaliger NPD-Funktionär, seine Anhänger, vermischt mit einigen Angehörigen ehemaliger Gefangener, bereits ihre Kränze niederlegten und ihr „Heldengedenken“ abhielten.
Im vergangenen Jahr 2008 gingen Teile der bürgerlichen Proteste dazu über ihre Gegenkundgebung sieben Tage im Voraus abzuhalten, d.h. sie verschoben diese vom Totensonntag auf den Volkstrauertag, um sich der NPD, welche sich von Wilhelm Herbi entledigte, weiterhin in den Weg zu stellen zu können. Der Evangelische Kirchenkreis – An Nahe und Glan hingegen blieb beim Totensonntag.
Dieses Jahr wird es aber auch für die bürgerlichen Proteste wieder heikel, denn der mittlerweile mit der NPD zerstrittene Ex-NPD-Funktionär Wilhelm Herbi wird wie üblich am Totensonntag (Sonntag, 22. November 2009) seine Kundgebung im kleinen Kreis abhalten. Die NPD jedoch hat einen Aufmarsch für den Volkstrauertag (Sonntag, 15. November 2009) angemeldet und erwartet zirka 100 Teilnehmer.
Da der Evangelische Kirchenkreis – An Nahe und Glan und der „Aufmarsch gegen Rechts“ um die Evangelische Lukaskirchengemeinde Winzenheim, und ihr Ökumenisches Kinder- und Jugendhaus Winzenheim, ihre Bemühungen nun wieder auf den Totensonntag und dadurch auf Wilhelm Herbi konzentrieren, werden wir konsequenterweise den größeren Feind aufs Korn nehmen und der NPD am Volkstrauertag den Kampf ansagen.
Mit unserem Aufmarsch gegen die NPD gedenken wir den wirklichen Opfern des Kriegs und Faschismus auf unsere Weise.
Der NPD entgegentreten! Faschismus, Antisemitismus und Nationalismus bekämpfen!
Denn „Gejammert wird woanders – Nazifreies Bretzenheim!“
Sonntag, 15. November 2009
15 Uhr | Bretzenheim(Nahe) am Bhf
Heldengedenken ohne Helden
Kein Vergeben kein Vergessen!
Deutsche Täter sind keine Helden!
Am 14. November 2009 plant der Nationale Widerstand Zweibrücken, mit Hilfe der rechtsextremen NPD, unter geschichtsrevisionitischem Motto, ein Heldengedenken auf dem Schlossplatz in Zweibrücken. Die Neonazis wollen unter dem Vorwand des Nationalfeiertages (Volkstrauertag am 15. November) an die nationalsozialistische Tradition des Heldengedenkens anknüpfen, um somit mal wieder ihre menschenverachtende Ideologie zu bewerben!
In ihrem Aufruf schwärmen sie von den Soldaten, die für das deutsche Reich im ersten und zweiten Weltkrieg gekämpft haben und stilisieren die alten Kameraden als Patrioten, Kämpfer, gar als Helden, denen man Denkmäler errichten soll und denen man mit gutem Gewissen gedenken kann.
In der Öffentlichkeit bleibt meist unerwähnt, dass diese Soldaten in einem Angriffskrieg gefallen sind, den Deutschland selbst mit seinen Verbündeten angefangen hat und somit seine Opfer selbst zu verschulden hat.
Es gibt keine Helden – nur Opfer!
Man spricht von unseren Gefallenen, unseren Opfern, unseren Landsleuten die für uns ihr Leben ließen. Dabei werden diejenigen entwürdigt, die von den Nazis im dritten Reich ermordet wurden. Dazu gehören die 6 Millionen ermordeten Juden, welche systematisch in Konzentrationslagern versklavt, gefoltert und ermordet wurden, die 20 Millionen Kriegstoten in der Sowjetunion, die 6 Millionen toten Polen, die dem Blitzkrieg zum Opfer fielen und die vielen Kommunist_innen, Gewerkschafter_innen, Homosexuellen, Sozialdemokrat_in nen, Kirchenfunktionären und Andersdenkenden, die alle vom Naziregime gezielt ermordet wurden.
Den Schuldigen eines Krieges, der in seiner gesamten Auswirkung weit über 50 Millionen Tote gefordert hat, darf kein Heldenstatus zugeschrieben werden. Die Neonazis der Region Zweibrücken fühlen sich hier gut aufgehoben, sie fühlen sich sogar gewollt, wenn Sie sich am 14. November versammeln dürfen um ihren revisionistischen Müll von sich zu geben. Denn auch an diesem Tag wollen und werden sie sich wieder als die eigentlichen Opfer darstellen, um somit der Bevölkerung ein verfälschendes und vor allem faschistisches Weltbild nahe zubringen.
Die ZWantifa ruft alle Antifaschisten/innen, Bürger und Bürgerinnen und Demokraten/innen dazu auf, den Nazis klar zumachen, dass deren Politik menschenunwürdig ist und sie in Zweibrücken und anderswo keinen Fuß fassen können, ohne antifaschistischen Widerstand zu spüren. Es gilt den Nazis entschlossen entgegenzutreten und ihnen zu zeigen, dass dieser Tag nicht den Tätern, sondern den Opfern gewidmet ist.
Es kann nicht im Sinne einer sich selbst als demokratisch sehenden Regierung sein, der NPD und der Kameradschaft, die aus Holocaustleugnern besteht, mit einem verfälschten, antisemitischen Weltbild eine Bühne für Ihre menschenverachtende Ideologie zu bieten.
14. November 2009 – Zweibrücken!
DEUTSCHE TÄTER SIND KEINE OPFER!
Heldengedenken VERHINDERN!
(Antifa Zweibrücken)









